Sonntag, 6. Dezember 2015

Advent mit Charles Dickens

Tag 5

Mrs. Tetterby gab ihrem Mann einen dankbaren Kuss...

Mrs. Tetterby gab ihrem Mann einen dankbaren Kuss und fuhr fort: "Ich kann mir gar nicht erklären, wie es über mich gekommen ist. Ich weiß nicht, ob ich krank war oder verrückt oder was sonst. Aber ich war mir plötzlich nicht mehr klar darüber, was uns eigentlich aneinander knüpft und was mich mit meinem Geschick je versöhnen könnte. All die Vergnügungen und Freuden, die wir jemals gehabt, sie schienen so armselig und unbedeutend. Ich hasste sie. Ich hätte sie mit Füßen treten können, und ich konnte an nichts weiter denken, als das wie aem sind und wie viele Mäuler zu Hause sind.
" Nun, nun, meine Liebe," sagte Mr. Tetterby und schüttelte ihr ermutigend die Hand, "das ist doch die Wahrheit. Wir sind arm und es sind eine Menge Mäuler im Hause."
"Ach, aber, Dolph, Dolph", rief seine Gattin und legte ihm die Hand um den Hals, " mein gutes, liebes, geduldige Männchen, als ich eine kleine Weile erst zu Hause war, wie wurde es da anders! Mir war, als flösse alles in. Ir über vor einem Schwall von Erinnerungen, der mein hartes Herz erreichte und zu zerspringen drohte. All unser Ringen um einen Lebensunterhalt, all unsere Sorgen und Entbehrungen seit unserer Hochzeit, alle die Zeiten, wo wir krank lagen, all die Stunden, die wir durchwachten, beieinander oder bei den Kindern, schienen zu mir zu reden und zu sagen, dass wie uns zu einer Person  gemacht, und ich hätte nie mehr etwas anderes sein mögen, sein können oder wollen als die Gattin und  Mutter, die ich bin. 
Dann wurden die kleinen billigen Vergnügungen, die ich eben noch so grausam hatte mit Füßen treten wollen,so kostbar, o so wertvoll und teuer, dass ich gar nicht mehr daran denken durfte, wie sehr ich sie verkannt hatte, und es immer und immer wiederholen musste und es jetzt noch hundertmal sasgen möchte, wie konnte ich mich nur aufführen, Dolphus, wie konnte ich das Herz habe , so etwas zu tun."