Montag, 8. August 2016

Die Olchis. Gefangen auf der Pirateninsel

von Erhard Dietl





  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Oetinger; Auflage: 1 (25. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 378910440X
  • ISBN-13: 978-3789104404
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre

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Was für eine Unruhe und ein Gedöns in Schmuddelfing! Die Olchis sind DIE Touristenattraktion! In Scharen strömen sie dorthin, um die legendären Olchis auf ihrer Müllhalde zu sehen. Wie soll man denn da in Ruhe vor sich hinmuffeln? Um eine Auswanderung der Olchis zu verhindern, bietet der Bürgermeister ihnen zur Entspannung eine Kreuzfahrt auf Kosten der Gemeinde, zur Entspannung. Olchi-Opa, Olchi-Oma, das eine und das andere Olchi-Kind werden von der Abenteuerlust gepackt und sind Feuer und Flamme. Aber zuvor werden sie vom Erfinder Professor Brausewein noch mit einiger seiner neuesten Erfindungen ausgestatten, ehe sie der Schmuddelfinger Tätowierer/Taxi-Fahrer sie zum Hafen fährt. Das Luxusseefahrtschiff sieht etwas ungewöhnlich aus und entpuppt sich auf hoher See, als waschechtes Piratenschiff! Muffelfurzteufel, was für ein krötiges Abenteuer! (Vorsicht, der echte Klappentext ist ein ziemlicher Spoiler, den man besser meiden sollte)

Die ersten Olchi-Bände beginnen wohl mit einer Einführung, was ein Olchi ist und was sie genau auszeichnet, dieser hier nicht. Es war unserer erstes (aber nicht letztes) Abenteuer der krötig-grünen Stinkerling-Familie und wir sind ohne weiteres in die Geschichte hineingekommen. Alle nötigen Informationen waren im Text integriert und es startet schon  zu Beginn extrem spannend! Der Tätowierer kam den Kindern auch gleich suspekt vor, wie der schon aussah! Denn jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen farbigen Illustration neben der Kapitelüberschrift und auch wird immer im Laufe der Geschichte von bis zu einseitigen farbigen Illustrationen fröhlich witzig und passend begleitet. So kann man sich die 3 Hörhörner der Olchis ebenso gut vorstellen, wie das Piratenschiff mit roten Segeln oder das Labor von Professor Brausewein. In der Geschichte treffen die Olchis einen neuen, ihnen noch unbekannten Artgenossen, der es uns wirklich angetan hat und bei dem man ziemlich lange rätselt, ob er nun einer von den Guten oder doch ein Verbündeter von den Piraten ist. Dies schafft eine zusätzliche Spannung neben dem eigentlichen Handlungsstrang, der Gefangenschaft auf der Pirateninsel.

Auch wenn die Olchis gerne pupsen, muffeln und nicht gerne aufräumen, ist dieser Spaß durchaus kindertauglich! Gerade solche Olchi-Redensarten wie: „eine Hand verschmutzt die andere“ verdeutlichen Kindern schon, wie wichtig es ist, sich zu waschen, aufzuräumen und den Müll wegzuräumen, denn wer möchte schon auf einer Müllhalde leben? Aber die Olchis sind wirklich liebenswert und nicht ekelig. Ihr Einfallsreichtum ist ebenso bewundernswert wie ihre Friedliebe, denn selbst wenn die Piraten sie mit Waffen angreifen, schlagen sie sie mit List und Tücke, aber ohne Gewalt in die Flucht, äh, in die Fesseln! Zusammen mit den speziellen Olchi-Eigenheiten (z.B. der unglaublichen Stärke und dem unbändigen Hunger auf Müll) und Olchi-Ausdrücken (krötig, Muffelfurzteufel, Stinkerlinge u.a.) wird für die Kinder eine ganz neue eigene Welt voll mit Kinderträumen geschaffen (nicht waschen! Nicht kämmen! Nicht aufräumen!) egal ob für  Jungen oder Mädchen (auch wenn es angeblich solche geben soll, die sich gerne waschen und aufräumen). Ja, dieses Buch ist frei von Prinzessinnen und voll von Piraten, Drachen und Gefahren, aber meine Mädels lieben es und das nicht nur wegen der Goldschätze!
Lustig fand ich, daß meine Jüngste Touristen und Terroristen noch nicht so gut auseinanderhalten kann. Die Olchis fliehen vor den Touristen, und hier in Südfrankreich patrollieren die Soldaten mit Maschinengewehren zur Terrorabwehr.... Nee, die Sorgen haben die Olchis nicht, aber da konnten wir die Unterschiede mal ganz bildlich klären.

Meine Kinder sind so begeistert, von diesem aufregend witzigen Abenteuer, daß sie ganz traurig sind, daß wir hier in Südfrankreich keinen Nachschub bekommen, aber zum Glück warten ja auf meinem iPod seit Jahren mehrere Olchi-Abenteuer darauf, daß meine Kinder sich ihnen endlich ihrer erbarmen, ehe wir in Deutschland wieder Nachschub besorgen können.... Ab 3. Klasse zum Selberlesen und davor bestens zum Selbsthören geeignet.

Ganz klar, wir sind uns einig! 5 von 5 Sternen!