Dienstag, 30. August 2016

Dornentod

Spannender und gelungener zweiter Fall


von Mareike Albracht


Format: ebook
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 313 Seiten
Verlag: Midnight (12. August 2016)
Genre: Regionalkrimi

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Der zweite Fall für Anne Kirsch beginnt für sie gleich mit einem herben Schlag. Statt befördert zu werden, muss sie Oberkommissar Janitzki – kurz JJ – als neuen Chef akzeptieren. Kaum ist der erste Schock überwunden haben die beiden einen eigenartigen Fall: In Dortmund ist die Studentin Corinna mit Nadeln gespickt aus dem Fenster in den Tod gestürzt. Hat jemand nachgeholfen oder ist sie gesprungen? Fest steht, dass Corinna gerade erst mit ihrem Freund Rainer Schluss gemacht hat. Doch hatte er als Patient der forensischen Psychiatrie überhaupt die Möglichkeit?

Seltsamerweise wendet sich zur selben Zeit im Sauerland auch die junge Lehrerin Pia an die Polizei, weil sie sich von eben jenem Rainer verfolgt fühlt und ihn auch gesehen haben will.

Was steckt dahinter? Stehen womöglich noch mehr Leben auf dem Spiel?

Nachdem mir bereits „Katz und Mord“ sehr gefallen hat, war klar, dass ich auch den zweiten Fall für Anne Kirsch lesen muss. Diesmal nimmt uns Mareike Albracht mit ins eigentlich beschauliche Marsberg. Dort sitzt der Patient Rainer Dorn in der forensischen Psychiatrie ein und sollte eigentlich unter ständiger Beobachtung sein. Wie ist es da möglich, dass sein Name in zwei ganz unterschiedlichen Fällen auftaucht?

Anne Kirsch nimmt die Ermittlungen in ihrer gewohnt impulsiven Art auf und versucht mehr oder weniger im Alleingang den Fall zu klären. Auch wenn ich – wie schon im ersten Fall – ihre Vorgehensweise nicht immer gut finde, so ist sie doch eine sympathische Protagonistin und ihre unkonventionellen Methoden und ihr Sturkopf spüren so manch mögliches Indiz auf und bringen die Ermittlungen voran. Annes Zusammenarbeit mit dem vorschriftentreuen JJ, wenn man sie denn so nennen kann, macht mir im Gegensatz zu Anne sehr viel Spaß und es ist der Autorin wunderbar gelungen ihre Abneigung gegenüber JJ greifbar zu machen.

Neben Anne und JJ tauchen auch noch weitere bekannte Charaktere aus dem ersten Band auf, allen voran Anton Hellberg, worüber ich mich sehr gefreut habe. Während Anne ihrer Art treu geblieben ist, ist Anton seit dem letzten Fall durchaus selbstbewusster geworden und hat sich weiterentwickelt und ich bin gespannt wie es mit ihm in den nächsten Teilen weitergehen wird. Doch auch wenn solche Entwicklungen interessant sind, so ist es nicht zwingend nötig den Vorgängerteil zu kennen.

Der Schreibstil gefällt abermals wirklich gut und über den Schauplatz Marsberg habe ich mich sehr gefreut, da er nicht weit von meinem Heimatort entfernt liegt und ich so einen direkten Bezug zum Handlungsort habe. Auch dass diesmal ein wenig mehr vom typisch Sauerländischen, vor allem von der Sprache aufgegriffen wurde, hat mir sehr gefallen, selbst wenn es für mich persönlich noch mehr hätte sein dürfen.

Der Krimi als solcher ist durchweg spannend, führt Anne und mit ihr auch uns Leser auf falsche Fährten, gibt Rätsel auf und wird am Ende stimmig aufgelöst.

Mein Fazit: Auch der zweite Fall für Anne Kirsch hat mir wieder sehr gefallen, sogar noch ein wenig besser als der erste Teil. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für Krimiliebhaber oder natürlich für Leser, die sich in irgendeiner Art und Weise mit dem Sauerland verbunden fühlen.