Mittwoch, 14. September 2016

Die Jutta saugt nicht mehr

von Lotte Minck




  • Taschenbuch: 299 Seiten
  • Verlag: Droste Vlg; Auflage: 1 (15. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3770015592
  • ISBN-13: 978-3770015597
  • Genre: Krimödie 



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Diese Ruhrpott-Krimödie ist bereits Band 7 der Reihe. Macht nix, man kann auch mit Band 7 einsteigen, ich stieg mit Band 6 ein und habe keine Probleme bisher.

Loretta Luchs arbeitet eigentlich als Mitarbeiterin in einem Call-Center für Telefonsex. Allerdings schafft sie es immer wieder über Leichen zu stolpern oder irgendwie durch ihre Freunde in mörderischen Schlamassel zu geraten, den sie mit Hilfe ihrer Freunde, allen voran, Erwin, Polizeibeamter i.R. wieder auflöst. Um aus der Not eine Tugend zu machen, haben Erwin und Callcenter-Chef Dennis nun eine gemeinsame Detektei in einem Nebenraum des Callcenters, aber mit eigenem Eingang eröffnet. Für Ermittlungsarbeiten wird Loretta natürlich vom Telefondienst freigestellt. Der 1. Auftrag wird von der ca. 55. Jährigen Frau Waltraud Berger erteilt. Ihre Nachbarin Jutta Dengelmann, ein wahrer Putzteufel, läßt den Staubsauger nicht mehr regelmäßig um 9 Uhr in der Wohnung über ihr aufheulen. Nach Angabe von Jutta’s Ehemann, ist diese sang- und klanglos ausgezogen. Den Abschiedsbrief hat er nicht aufgehoben. Frau Berger ahnt Böses für ihre gute Freundin Jutta und wünscht einen Under-Cover-Einsatz als Putzhilfe bei dem verlassenen Herrn Gerhard Dengelmann. Für den Auftrag kommt nur Loretta in Frage, die schnell noch einen Putz-Crash-Kurs bei Kollegin Doris nimmt, um bestens für den Auftrag gerüstet zu sein. Die Nachhilfe war so erfolgreich, daß nun Loretta Herrn Dengelmanns Gelsenkirchener-Barock-Einrichtung pflegen darf. Ein Wohnung, die so sauber ist, daß Loretta sich fragt, was sie da denn putzen soll. Aber auch wenn alles blinkt und blitzt und Herr Dengelmann bei seiner Tee-Zubereitung schon ziemlich pedantisch ist, ist er eigentlich ein ganz netter Kerl und Loretta kommen immer mehr Zweifel, daß dieser nette Mann seiner Jutta was getan haben soll. Und so entwickelt sich der Auftrag natürlich viel turbulenter und verzwickter als zuerst gedacht!

Und auch in diesem Band dürfen der gefräßige Kater Baghira, Erwin und sein Täubchen Doris, Dennis, Frank und Pascal nicht fehlen. Aber leider kommen all die anderen Freunde aus den Bänden davor, die alle auf der großen Hochzeit von Diana und Okko waren, nicht vor. Schnief. Das sind aber auch wirklich viele und es dürfte wohl auch kaum möglich sein, sie alle immer in jedem Band unterzubringen, vor allem, weil Loretta ja nun in diesem Band wieder eine neue Freundin findet….
Der Ton ist wieder heiter flockig. Bei Frank muß man schon mal laut lesen, um zu wissen, was der Gute einem denn nun mitteilen möchte, aber das ist schon sehr witzig, Ruhrpottslang gedruckt zu sehen ;) Einige Begriffe brachten mich auch zum Schmunzeln, da es mich an die Gespräche meiner Westfälischen Schwiegermutter mit ihren Geschwistern erinnert ;)
Bei diesem Fall stand ich wirklich lange auf dem Schlauch, auch weil ich den Auftrag so merkwürdig fand. Wo nimmt die Nachbarin das Geld für eine Detektei her? Wie kann die sich das alles leisten, die schnüffelt doch den ganzen Tag nur ihren Nachbarn hinterher (wobei es diesen Typus Nachbarin sicher nicht nur im Pott gibt)? Dafür gab es am Ende ein fulminantes Finale mit Action-Frank! Und so konnte ich neben meinen Putzkenntnissen (die bis dato auf dem rudimentären Stand von Loretta waren) doch deutlich erweitern, ebenso wie meine Kampfkunstkenntnisse.
Neben der herrlichen Situationskomik liegt die Stärke dieser Krimireihe in der skurrilen Ermittlerkonstellation mit Herz und Schnauze und Miau.
Eine herrliche Ruhrpott-Krimödie nicht nur für Katzenliebhaber und Ruhrgebietler, sondern alle Krimifans die Spaß bei der Mordermittlung zu schätzen wissen und für die es nicht so blutig zugehen muß.
4 von 5 Sternen, aber nur, weil ich Band 6 noch besser fand als Band 7. Also quasi Jammern auf hohem Niveau ;) Mir hat’s Spaß gemacht!