Mittwoch, 21. September 2016

Die Nachtigall

von Kristin Hannah




  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 2 (19. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 335200885X
  • ISBN-13: 978-3352008856
  • Genre: Roman

Buch kaufen








Ich bin durch eine Bloggeraktion und eine Freundin auf dieses Buch aufmerksam geworden und nicht enttäuscht worden.

In einem besetzten Frankreich im 2. Weltkrieg, leben die zwei Schwestern Vianne und Isabelle. Vianne, deren Mann in den Krieg einberufen wurde und die sich so gut es eben geht mit ihrer Tochter durchschlägt, versucht unsichtbar zu bleiben. Ihre jüngere Schwester Isabelle, die schon immer etwas rebellischer war, kann sich mit der Lage nicht abfinden und schließt sich der Resistance an und verhilft unter dem Decknamen "Die Nachtigall" Piloten über die Landesgrenze. So geht jede von Beiden anders mit der Situation um und trotz aller Widrigkeiten kommen sie sich doch wieder näher.

Meine Meinung:

Ich mache oft einen größeren Bogen um Bücher, die vom Krieg handeln. Diese ganze Thematik spricht mich nicht so an. Doch nachdem ich von einer Freundin nur gutes gehört und die Leseprobe in einem anderen Buch gelesen habe, dachte ich mir, dass ich es doch probieren und doch noch abbrechen könnte, wenn es so gar nichts für mich sein sollte.
Doch was soll ich sagen? Das Buch konnte mich begeistern, mitreißen und bewegen.
Ich habe zwischenzeitlich immer mal etwas anderes gelesen, nicht weil das Buch schlecht war, eher aus dem Grund, dass die Szenerie nicht immer einfach zu ertragen war und Tränen im Urlaub am Pool einfach komisch aussehen.
Die Charaktere sind total unterschiedlich, aber jeder für sich sehr gut ausgearbeitet und sympathisch.
Vianne, in die ich mich als Mutter einerseits sehr gut hineinversetzen konnte, war mir trotz allem am Anfang zu wenig kämpferisch. Natürlich versteht man, dass sie ihre Tochter schützen wollte, gerade wenn man einen deutschen Hauptmann im Haus hat. Durch die Ereignisse ihrer besten Freundin Rachel, wurden ihr regelrecht die Augen geöffnet und man lernte eine neue Seite kennen. Sie wurde mir richtig sympathisch, als sie sich für die jüdischen Kinder eingesetzt hat.
Isabelle war für mich eine wahre Kämpferin, mit der ich mich von Anfang an identifizieren konnte. Auch ich hätte versucht so zu sein, wie sie. Nicht unterkriegen lassen, gegen die Ungerechtigkeiten kämpfen und alles Menschenmögliche versuchen. Sie war für mich die Heldin des Krieges.

Die Autorin hat es geschafft, mich für die Ereignisse damals feinfühlig werden zu lassen und die Umstände des Krieges in ihrer ganzen Dramatik zu beschreiben. Es gab Situationen, in denen ich geschluckt habe und es schrecklich war zu lesen, wie es sich damals abgespielt hat. Es gab aber auch Stellen bei denen ich die Tränen nicht zurückhalten konnte, da mich das beschriebene Schicksal so berührt hat.
Der Schreibstil ist flüssig und trotz der nicht wenigen Seiten ist man durch die spannende und erschütternde Geschichte schnell durch.
Auch die Beschreibungen der Örtlichkeiten, sei es das Haus von Vianne mit der Scheune, oder auch das KZ, waren detailliert und bildhaft dargestellt und man konnte sich alles sehr gut vorstellen.

Fazit:
Absolute Leseempfehlung für diese bewegende und berührende Geschichte zweier Schwestern, die sich ganz unterschiedlich mit ihrem Schicksal abgeben und versuchen für sich den richtigen Weg zu finden. 
´