Donnerstag, 8. September 2016

Wer mordet schon in der Eifel? 11 Krimis und 125 Freizeittipps








  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 06.07.2016
  • Verlag : Gmeiner-Verlag
  • ISBN: 9783839219638
  • Flexibler Einband 283 Seiten
  • Genre: Krimi

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Nachdem ich von dem Autor gerade Eifelfieber gelesen habe und es klasse fand, brauchte ich auch dringend dieses Buch. Und siehe da, das Buch hat mich nicht enttäuscht! Selbst das Vorwort fand ich unterhaltsam (dabei mag ich doch keine Sachbücher). Wie stellte der Autor doch so schön fest: im Westerwald passieren viel mehr Verbrechen in der Realität (ja, das ist durchaus zutreffend), in der Kriminalliteratur ist der Westerwald jedoch eher unbedeutend und die beschauliche Eifel schwer angesagt.

Dieser kriminalistische Freizeitführer konzentriert sich vor allem auf die Vulkaneifel mit Bad Bertrich, Gerolstein, Daun, Nettersheim, aber auch Maria Laach in der Osteifel, in der Nähe des Wohnhauses des Autors werden Schauplätze sehr unterschiedlicher Krimis. Diese Krimis sind recht kurz, aber ich hatte bei keinem den Eindruck, es würde was fehlen, oder er wäre zu langatmig, wie es mir manchmal geht. Es waren jeweils sehr unterschiedliche Geschichten, mit wirklich interessanten unerwarteten Wendungen, die mich oft grinsen oder schmunzeln ließen. Schon allein die Namen der Protagonisten hatten Loriot-Qualität: Alexander-Horst Meilebrecht, Anne Schmitz-Bresenstein, Peter-Alexander König… Der feine Sinn für Humor zwischen den Zeilen hat mir wahnsinnig gut gefallen. Auch wenn ich mir nicht vor kaum auszuhaltender Spannung die Fingernägel abgeknabbert habe, so habe ich diese nebenher, für so mal zwischen-durch-bei-der-Hausaufgabenbetreuung-mal-eben-gelesen-Krimis, lieber gelesen als mein „eigentliches“ Buch. Mit diesem wollte ich mir Zeit lassen, ich gehe ja erst am Di. zur Autorenlesung und bis dahin muß ich ja gar nicht alle Geschichten gelesen haben…. Aber ich fand die Personen, in der Kürze der Geschichten so prägnant dargestellt, die Geschichten so unterhaltsam und abwechslungsreich, wie auch überraschend. Da konnte ich nicht anders, ich mußte weiterlesen! Ehrlich, Krimi-Anthologien sind oft sehr durchwachsen. Aber diese Krimis von nur einem Autor, sind wirklich klasse. Ich würde ihnen ja nur zu gerne 5 Sterne geben, denn das hätten sie auch verdient. Es ist nämlich wirklich eine hohe Kunst gescheite Kurzkrimis zu schreiben, in denen auch noch ständig irgendwelche Sehenswürdigkeiten der Region auftauchen. Das ist wirklich geglückt, sie drängen sich nicht auf. Aber an dieser Stelle kommt das Manko des Buches zum Tragen, das aber wohl ein Manko der Reihe sein dürfte, wie es mir nach oberflächlichen Amazon-Recherchen scheint:

Das Buch verfügt über kein Inhaltsverzeichnis! Wenn einem ein Tipp oder eine Region gut gefällt, muß man entweder einen bunten Klebezettel zum Markieren verwenden, oder ewig suchen! Wo war das noch mal? Zu welcher Geschichte könnte das gehört haben und wo finde ich sie? Das finde ich sehr unpraktisch. Denn ich wohne in der Nähe und möchte meine Mitmenschen zu den diversen Orten schleppen… Dafür möchte ich die unterschiedlichen Vorschläge aber auch schnell und einfach wiederfinden können. Die Freizeittipps sind auch nur kurz angerissen und dann mit einem Internet-link versehen. Das finde ich eigentlich völlig ausreichend, gerade um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen. Aber gerade für einen kurzen Überblick hätte ich mir eine kleine Karte gewünscht. Damit ich mir mit einem kurzen Blick mal gerade schnell vorstellen kann, wo das Ganze gerade spielt.

Aber wer weiß, vielleicht nimmt der Verlag das ja in die nächste Auflage mit auf?!

Für die Kurzkrimis 5 von 5 Sternen, wegen der strukturellen Schwächen aber insgesamt nur 4 von 5 Sternen.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag, für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!