Mittwoch, 12. Oktober 2016

Die frechen Krabben und das Schneeungeheuer

von Barbara Rose




  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
  • Verlag: Kerle in Herder; Auflage: 1 (13. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3451713616
  • ISBN-13: 978-3451713613
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 7 - 9 Jahre
  • Genre: Kinderbuch     


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Dies ist Band 4 der Mädelsbande die Frechen Krabben bestehend aus den eineiigen Zwillingen Milli und Lilli Floh und ihrem Zwergschwein Emil und ihren Freundinnen der stets schicken Lotte und der lustigen Emma mit ihrem Neufundländer Wuschelzwerg.
Diesmal wollten die Vier eigentlich mit den Floh-Eltern und den Tieren kurz nach Weihnachten auf eine Berghütte in den Schnee fahren. Aber ausgerechnet Sportreporter Max Floh bricht sich ein Bein. Alleine mag Mama den Sack Flöhe nicht hüten. Wie gut, dass Gräfin Zieselwitz mal wieder die passende Alternative zur Hand hat und lädt sie in ihr Berghotel am Silbersee ein! Dort ist es ausgesprochen urig, aber auch etwas abgewetzt, eigentlich gar nicht so der Stil der Gräfin. Auch gibt es außer ihnen nicht allzu viele Gäste und was mit den Dorfkindern los ist, die sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit  angiften, verstehen die Krabben so gar nicht! Aber die Frechen Krabben wären nicht die Frechen Krabben, wenn sie dies einfach so hinnehmen würden….

Meine Mädels (9 und 7 Jahre) lieben ja die Frechen Krabben und freuen sich auf jeden neuen Band. Auf Grund der gut verteilten witzigen Zeichnungen und der recht großen Schrift, liest mir meine Große das Buch auch vor. Es ist keine Fibelschrift mehr, aber der Umfang an Text pro Seite lässt sich auch für Lesemuffel bewältigen.
Natürlich sind Zwergschwein Emil und Hund Wuschelzwerg mal wieder die heimlichen Helden! Aber was ist denn mit dem kleinen Äffchen Frau Schröder und der Affenbande? Das soll geheim bleiben, wir wollen ja nicht alles verraten!

Feststeht: meine Mädels haben viel gelacht und das nicht nur, weil ich versucht habe, den von mir zu lesenden Teil in scheinbar Schweizer Tonfall zu lesen. Das Bergdorf ist ja imaginär. In welchem Land die Floh-Familie mit den Krabben Urlaub macht, wird nicht verraten. Es kämen durchaus Bayern, Schweiz und Österreich in Frage. Rheinisch wird dort also sicher nicht gesprochen. Sogar meine Tochter hat versucht den Tonfall nachzuahmen, was ihr echt eine große Lesemotivation gab.
Aber die Geschichte war diesmal nicht nur wieder lustig und spannend, sie hatte diesmal auch ein ernstes Thema. Was bedeutet es fremd zu sein? Dafür muss man gar nicht mal aus einem anderen Land kommen, eine andere Gegend und eine andere Mundart reichen schon aus, um als Fremde aufzufallen. Muss es einen Grund für Ressentiments geben? Was steckt hinter Vorurteilen und wie wird man sie wieder los? Lilli hat da einen tollen Weg gefunden, den ich nicht verraten will. 

Natürlich geht das Buch nach all der kindgerechten Spannung gut und harmonisch aus. Sehr gut gefällt mir, dass Anspannung von den Kindern oft mit einem Lachen oder einer Gemeinsamkeit, wie der Tierliebe vertrieben wird. Man muss nicht erst eine Eskalation abwarten, man kann Probleme auch schon früher lösen.
Wir hoffen sehr, dass die Knochenbrüche in der Familie Floh bald wieder heilen, damit wir neue Abenteuer von ihnen lesen können.

Wir geben diesem lustigen Leseanfängerbuch 5 von 5 Sternen, denn auch wenn es eine Serie ist, verliert sie nichts von ihrem Reiz und ist auch kein Abklatsch anderer Serien, die schon länger auf dem Buchmarkt erschienen sind. Es ist sehr liebevoll gestaltet und keine 08/15 Massenproduktion.

Wir danken dem Verlag für dieses wunderschöne Rezensionsexemplar.