Freitag, 14. Oktober 2016

GU Backbibel





  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 05.09.2016
  • Verlag : Gräfe u. Unzer
  • ISBN: 9783833857195
  • Fester Einband 400 Seiten
  • Genre: Backbuch
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Die Backbibel ist schon eine Wucht! Sehr edles schlichtes Design, mit Goldschnitt und 3 Lesebändchen! (Nein, ich kann auch den Titel gut mit meinem katholischen Gewissen vereinbaren ;)) Da kam sofort die Backlust auf und wir dachten uns dann, wir bloggen einfach unsere Backerlebnisse, diese sind auf unserem Blog mit allen Pannen unter Danis Backwahn nachzulesen.

Jaja, ich habe es ja nicht so mit Sachbüchern! Aber Back- und Kochbücher mag ich sehr gerne, sofern es um Essen für meinen Kindergeschmack geht, bitte nicht zu experimentell!

Das gefällt mir sehr gut an diesem Grundbackwerk. Es enthält Struktur! Rezepte für Grundteige (wenn auch leider nicht für einen Quark-Öl-Teig) interessante klassische, moderne, vegetarische, vegane, glutenfreie und auch moderne Rezepte wie Pops oder Becherkuchen.

Die glutenfreien Rezepte werde ich mal meiner Freundin zum Nachbacken überlassen, da fehlen mir die Zutaten (sie fragte mich nach meinem Gewissen wegen des Titels) und im Laufe meiner Testphase mußte ich feststellen: es gibt nicht alle Zutaten im Discounter und nur weil mir eine Zutat fehlt, sollte ich sie nicht unbedingt durch eine andere, nicht angegebene ersetzen!

Eigentlich sollte es alle Zutaten im Supermarkt geben, da ich aber faul bin und wegen der Übersichtlichkeit den Discounter bevorzuge (bitte eine überschaubare Auswahl für mich), hatte ich die Wahl zwischen 40 Jahre altem Apfelessig meiner Mutter (ich kann mich an ein Leben ohne diese Flasche nicht erinnern) oder Balsamico. Die Entscheidung für Balsamico war schlicht weg falsch und brachte mir echt Verdauungsprobleme ;) Hasirasi hat sich wohl weggeschmissen vor Lachen, weil außer mir wohl jeder weiß, daß Apfelessig besonders mild ist! Tja, da habe ich mal wieder was gelernt! Der Verlag gibt eine Gelinggarantie, und ich muß zugeben, daß alle Panne auf Fehler beim Lesen (Zebrakuchen, der ein Keks wurde, weil ich überlas, daß das Rezept für eine 20 cm Durchmesser Backform und nicht die üblichen 28 cm Durchmesser gedacht war) oder an meiner allzu freien Interpretation des Rezeptes.

Besonders gut gelangen unsere Brötchen aus Grundhefeteig (jeder bekam Teig, den er nach Geschmack mit Schinkenwürfeln, geriebenen Gouda, Röstzwiebeln, Schokoraspeln, Nutella…. Veredeln durfte), die ich leider vor lauter Gier vergaß zu fotografieren, da wir alle wirklich großen Hunger hatten.

Die Rezepte sind nicht nur gut sortiert (bei einigen Fällen hätte ich etwas anders sortiert, aber da lagen halt Schnittmengen vor), übersichtlich und gut verständlich, nein, sie verfügen auch über Kalorienangaben. Der Schokobecherkuchen (eigentlich Chocolat-Fudge S. 212) steht einer Tafel-Schokolade in puncto Kalorien kaum nach….

Das schöne ist, daß neben den 10 goldenen Regeln, mit denen jeder Backabschnitt eingeführt wird, im Anhang ein Hinweis auf den Leserservice gegeben wird. Wer also Zweifel oder Fragen beim Backen hat, kann sich einfach mit seinen Fragen an diesen wenden und bekommt schnell und unbürokratisch eine freundliche und kompetente Antwort. Das kam mir sehr gelegen, da ich nicht noch einen weiteren mißglückten Schokokuchen riskieren wollte und ich nun endlich eine Alternative zu dem bislang alternativen Schokorührkuchen aus der Penny-Backmischung habe. Einfach die 200gr. weiche Butter im Rezept auf S. 14 gegen die gleiche Menge Sahne austauschen und: Voilà saftig lecker! Macht das Backen mit Kindern auch sehr viel einfacher!

Den Apfelessig gegen Rum auszutauschen, würde ich für das Chocolate-Fudge-Rezept auf S. 212 für Backen mit Kindern dann doch eher nicht machen ;) Aber nachdem ich wußte, daß es nur auf die Flüssigkeit ankommt, nahm ich statt 2 EL Apfelessig, 1 EL Baileys und EL Milch und es klappte wunderbar! Alle 4 Testesser fanden den warmen, fluffig klebrigen Becher-Schokokuchen sehr lecker!

Meine Jüngste schleppt das dicke Backwunderbuch jetzt immer mit einem breiten Grinsen an und meint: „Mama, ich bringe Dir die Bibel, zum Backen!“. Gestern wollte ich ihr vorlesen und sie nahm die Backbibel und meinte „Erst müssen wir meinen Geburtstagskuchen aussuchen!“ (Der Geburtstag dauert noch 10 Monate…). Ein Werk zum Backen für die ganze Familie, auch wenn die Rezepte ohne Kinderablenkung meist besser gelingen, aber für weniger Begeisterung sorgen.

Es ist ein wirklich gut durchdachtes und Strukturiertes umfassendes Backstandardwerk für jeden Geschmack und jede Gelegenheit. Mit Grundrezepten, Klassikern und aktuellen Backtrends. Gut verständlich erklärt, mit meist üblichen Zutaten, so macht Backen Spaß und ist kein Hexenwerk.

Ein dickes Plus ist der freundliche, schnelle und hilfsbereite Leserservice für unkonzentrierte Pannenbäcker wie mich! Und tatsächlich ein von mir rundum zu empfehlendes Sachbuch, zum Schmökern und Nachbacken! Mit Grundwissen zum Backen, aber nicht zu viel langweiliger Theorie ;)

5 von 5 Sternen!

Und vielen Dank von der ganzen Familie an den Gräfe und Unzer Verlag für das wunderbare Backvergnügen wie noch nie ;)