Donnerstag, 20. Oktober 2016

Kalypto - Der Wächter des schlafenden Berges

Ein krönender Abschluss


von Tom Jacuba


Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-13: 9783404208333
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Genre: Fantasy (High-Fantasy)

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Noch immer haben die ausgesandten Magier es nicht geschafft, das eine Dienstvolk für das Zweite Reich von Kalypto zu finden. Ihre Versuche, die unterschiedlichen Völker gegeneinander aufzuhetzen und so das eine, starke und würdige Volk zu finden scheinen gescheitert. Mauritz und Kautzer sind tot, Violis ist bei den Eiswilden verschollen und die bislang so starke und erfolgreiche Catolis scheint wahnsinnig geworden zu sein.

Gabrylon, der über den magischen Schlaf der übrigen Magier und Magierinnen wacht, ist verzweifelt. Immer mehr Magier sterben und der Beginn des Zweiten kalyptischen Reiches liegt in weiter Ferne. Doch ehe es beginnt, darf er seine schlafenden Brüder und Schwestern nicht wecken.

Während er noch nach einem Ausweg sucht, machen sich sowohl Lauka, Mauritz Tochter, als auch der Waldmann Lasnic auf den Weg, um die schlafenden Magier zu finden und zu vernichten…

Mit Spannung habe ich den dritten Band erwartet und wurde nicht enttäuscht. Bildgewaltig lässt Tom Jacuba auch dieses Mal seine phantastische Welt auferstehen. Sein Schreibstil ist gewohnt fesselnd und er schafft es scheinbar mühelos den einzelnen Charakteren und Völkern Leben einzuhauchen. Gerade die Unterschiede zwischen Völkern machen für mich einen großen Reiz aus, vor allem, da der Autor sie nicht nur beschreibt, sondern durch die unterschiedlichen Sprachmuster und Verhaltensweisen lebendig werden lässt. So prallen immer wieder Welten aufeinander und die unterschiedlichen Anschauungen führen regelmäßig zu Missverständnissen und Streitigkeiten.

Der dritte und letzte Band beginnt zeitlich ein paar Monate nach dem Ende des zweiten Teils, dennoch knüpft er nahtlos an den vorrangehenden an. In zunächst drei und später nur noch zwei Erzählsträngen führt Tom Jacuba seine Figuren und uns Leser dem großen Finale entgegen. Wortgewaltig und spannend wird auf ein für mich überraschendes Ende hingearbeitet. Dabei geht es erwartungsgemäß nicht ohne Verluste und ich habe mit den Protagonisten mitgelitten und mitgefiebert. So unerwartet das Ende auch war, für mich ist es rundum gelungen und würdiger und passender Abschluss der gesamten Trilogie.

Neben vielen grausamen und teils schockierenden Szenen gab es auch immer wieder Momente, in denen ich lachen oder zumindest schmunzeln musste. Vor allem der Sarkasmus war manches Mal einfach grandios.

Sehr gefreut hat es mich, dass die Entwicklung der Charaktere auch in diesem Band weitergeht. Sie sind nach wie vor vielschichtig, haben ihre Persönlichkeit, doch die Erfahrungen prägen sie und beeinflussen ihr Denken und Verhalten. Besonders am Beispiel von Catolis ist dies gut zu sehen, doch auch Lasnic hat den jungen Waldmann, der vor der Verantwortung flüchten wollte, weit hinter sich gelassen.

Mein Fazit: Das Buch bleibt bis zum Schluss sehr komplex und verknüpft gekonnt noch einige lose Enden, die sich auf der langen Reise seit dem ersten Band ergeben haben. Es bildet einen würdigen Abschluss dieser bild- und sprachgewaltigen Trilogie und vor allem seine Figuren – seien sie eher liebens- oder hassenswert – werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

High-Fantasy vom Feinsten und daher eine klare Leseempfehlung für alle Fans dieses Genres.