Samstag, 1. Oktober 2016

Schlüsselreiz







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 06.07.2016
  • Verlag : Gmeiner-Verlag
  • ISBN: 9783839219546
  • Flexibler Einband 245 Seiten
  • Genre: Krimi

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Dies ist bereits Kater Sockes 2. Fall. Kater Socke lebt mit Kriminalhauptkommissar Peter Flott in einem Häuschen in der Nähe der Hannoveraner Messe. Oft ist auch Peters Freundin Chris, eine Tierärztin im Haus. Die versteht Sockes Bedürfnisse immer viel schneller als Peter, aber leider triezt sie ihn bei Bedarf auch mit bitterer Medizin oder sperrt ihn bei Schnupfen ins Haus! Dabei hat Socke doch so eine tolle chip-gesteuerte Katzenklappe, die ihm nächtliche Exkursionen ohne Stress ermöglicht. Bei einer dieser nächtlichen Ausflüge zur Heimtiermesse, entdeckt er eine Leiche im Schnee! Während er versucht Peter auf seinen Fund aufmerksam zu machen, klingelt bereits die Einsatzzentrale auf seinem Handy an. Der Fall wird immer verworrener, als auf der Kleintiermesse auch noch der Verlust eines preisgekrönten Katers und von zwei wertvollen Kois gemeldet hat. Wie kann das mit dem Mord am neuen Wachmann zusammenhängen?
Das Team um Peter flott ist ganz schön gefordert, auch privat!
Kater Socke hingegen trommelt aus einer Mischung aus Neugierde und Abenteuerlust seine tierischen Freunde aus der Nachbarschaft zusammen, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Dieser Krimi ist locker leicht geschrieben und auch das Privatleben der Ermittler kommt nicht zu kurz. Besonderen Spaß haben mir die Nöte der jungen Mordermittlerin Toni mit ihrem italienischen Cousin gemacht. Unterhaltsam zu lesen war aber auch, wie Peter und Chris immer wieder durch Notfalleinsätze von ihrem wohlverdienten gemeinsamen Feierabend oder Wochenende abgehalten werden. An Verdächtigen mangelt es den Ermittlern nicht. Es sind fast ein paar zu viele. Anfangs hatte ich meine liebe Mühe zu verstehen, wer wer ist und was die jeweilige Person für eine Rolle spielt. So wurde von der Eifersucht von Hans Jürgen Kühlmann berichtet und ich hatte noch keine Ahnung, was denn Herr Kühlmann mit Kater Socke und Peter Flott zu tun hat. Die Anzahl an Personen dient der Stiftung von Verwirrung. Es gibt jede Menge Möglichkeiten, Gelegenheiten, nicht astreinen Alibis, aber nicht bei allen scheint ein Motiv vorhanden. Mit genügend anfänglicher Konzentration lichtet sich die Verwirrung und ein klares Bild entsteht.
Auch wenn Kater Socke mit Revierchef Mikey, Persianerin Suleika, Grautigerin Clooney, Terrier Jasper, Dackeldame Angelique, Hund Ferdinand und dem norwegischen Waldkater Champion kommen noch einige zusätzliche Charaktere ins Spiel, die man im Gedächtnis behalten muß. Dadurch bedarf es während des Lesens der vollen Konzentration, trotz des lockeren Stils. Die Vermutungen, Pläne, Eifersüchteleien und Intrigen der Katzen sind aber sehr lustig. Sie verfügen oft über wertvolle Hinweise und wissen nicht, wie sie Peter diese vermitteln sollen. Für Mikey ist das ultimative Kommunikationsmittel immer eine tote Maus auf der Türschwelle. Eine Botschaft, über die sich nicht jeder Mensch unbändig freut und schon gar nicht versteht ;) Schön sind auch die menschlichen Sprichwörter auf tierische Bedürfnisse abgewandelt….
Mit genügend Konzentration kann man den Fall eigentlich schon vor dem Kommissar lösen, denn die Auflösung ist eigentlich logisch und nachvollziehbar. Es ist eher ein Fall von „vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen“, man muß gründlich all die Verdächtigen nach und nach ausschließen. Ich mag es ja nicht, wenn ich das Gefühl habe, daß man den Fall als Leser nicht lösen kann, weil einem die entscheidenden Informationen fehlen.
Meine Highlights im Buch waren eindeutig Jungkommissarin Tonis Privatleben und die regelmäßigen Tierkonferenzen. Da die Autorin selbst mit einem zugelaufenen Kater zusammenlebt, trifft die Businessanalystin viele treffende Beobachtungen aus dem Leben mit Haustieren. Seit 2013 schreibt die Autorin und 2015 wurde im Gmeiner Verlag ihr erster Kater Socke Krimi veröffentlicht.
Da für mich am Ende einige wenige Punkte unklar sind, mir das Buch aber wirklich Spaß gemacht hat: 4 von 5 Sternen mit Leseempfehlung für alle Krimifreunde mit Haustier!