Sonntag, 2. Oktober 2016

Seelenfalle






  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 03.09.2016
  • ISBN: B01H2SL6NW
  • E-Buch Text 206 Seiten
  • Genre: Thriller 

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Auf der Straße der Tränen

In dem neuen Thriller von Eva Lirot "Seelenfalle" ist Jim Devcon bereits zum sechsten Mal im Einsatz gegen das Verbrechen.
Begleitet wird er erneut von Tatjana, die nicht nur mit ihm ermittelt, sondern auch privat eine große Rolle im Leben des gebürtigen Texaners spielt.

Eigentlich wollten sich die beiden eine Urlaubsreise in Jims Heimat gönnen. Einmal abschalten und zur Ruhe kommen! Doch leider wird daraus nichts, denn Tantjanas Freundin Sybille ist irgendwo in British Columbia verschwunden. So fliegen die Ermittler nicht nach Texas zum Relaxen, sondern nach Vancouver zum Ermitteln. Sie stoßen auf den "Highway of Tears". Dort bietet die Einsamkeit Menschen mit dunklen Neigungen reichlich Nährboden. Junge Indianermädchen verschwinden hier in der Gegend des Öfteren. Dass jedoch eine deutsche Touristin ebenfalls spurlos von der Bildfläche verschwindet, ist nicht alltäglich. Die Suche nach Sybille gestaltet sich äußerst schwierig in der Tristesse der dunklen Wälder und der menschenleeren Straßen.

Für mich war es der sechste Thriller, den ich von Eva Lirot gelesen habe und wiedererwartend hat sie mich mit ihrem intelligenten und bildhaften Schreibstil begeistert. Schon der Prolog wirkt mystisch und beklemmend und baut schnell Spannung auf.
Mit Jim Devcon hat die Autorin einen tollen Charakter geschaffen, der durch seine lockeren Sprüche und sein überlegtes Handeln schnell zum Sympathieträger der Leserschaft wird. Und ich muss zugeben, diesen Mann mit seinen texanischen Wurzeln finde ich schon ziemlich prickelnd, auch wenn er bereits zum älteren Eisen gehört.
Tatjana hingegen ist ein ganz anderer Typ. Ich mag sie auch, doch wirkt sie auf mich neben Devcon immer etwas blass.
Mir hat sehr gut gefallen, dass die Handlung diesmal in Kanada spielt. Das verleiht dieser Thriller-Reihe einen völlig neuen Blickwinkel.
Mehrere Erzählstränge ziehen sich durch das Buch. Unheimlich wirkt es, wenn die Täter zu Wort kommen, düster und verzweifelt klingt es, wenn sich Sybille durch ihr Gefängnis tastet.

Die Story zum Buch stützt sich auf eine reale Hintergrundstory. Inspirationen zum Thriller hat sich Eva Lirot aus einem Artikel des Magazins Crime Nr. "Wahre Verbrechen" gezogen. Bislang hatte ich noch nichts von der Straße der Tränen gehört und von den Indianerreservaten, in denen die Indigenen ein trauriges Dasein unter Drogen und Alkohol führen.

All diese Komponenten haben "Seelenfalle" für mich zu einem bemerkenswerten Thriller gemacht. Wer in die dunklen Seelen unheimlicher Menschen blicken möchte, sich für wahre Geschichten interessiert und auf spannungsreiche, rasante Unterhaltung hofft, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Und wer nach der ersten Begegnung mit Jim Devcon Lust auf "mehr" bekommen hat, dem seien die Thriller "Seelenfieber", "Seelenbruch", "Seelengruft", "Seelennot" und "Seelensühne" ebenfalls ans Herz gelegt.