Mittwoch, 16. November 2016

Alles schläft, einer wacht

von Katrin Rodeit



  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1., 2016 (5. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839219183
  • ISBN-13: 978-3839219188
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Genre: Krimi           


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 Einige wenige Monate sind vergangen, seit Privatermittlerin Jule Flemming aus Ulm den Mörder ihres Vaters überführt hat. Ihre Psychotherapie ist abgeschlossen, die Visitenkarte ihres Therapeuten im Papierkorb entsorgt, nun möchte sie in die Normalität zurückkehren, als plötzlich Kommissar Mark wieder vor ihrer Tür steht und ihr Herz höher schlagen läßt. Nachdem Wiedersehen mit Mark fühlt sie sich auch stark genug für einen Besuch im Jazzkeller, in dem die Zeit still gestanden haben zu scheint. Aber nur fast. Erzrivalin Cosima ist erstaunlich abgemagert und nahezu zahm, als sie Jule um ihre Hilfe bei einem mysteriösen Problem bittet. Mit dem nun nicht mehr ganz so geheimnisvollen Afghanistan-Veteranen Andreas hat sich die alte Vertrautheit und Verlässlichkeit wieder eingestellt und so ist sie auch gleich in ihrem ersten Fall auf seine Mithilfe angewiesen. Ein Kölner engagiert sie, da er meint in einem kurzen Fernsehbeitrag seine angeblich im Frühjahr bei einem Tauchunfall im Bodensee tödlich verunglückte Silvia Kohler, als Reinigungskraft auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt entdeckt zu haben. Da dies bereits seine 17. vermeintliche Sichtung seiner Frau ist, würde sie ihm ja gerne eine Therapie empfehlen, aber irgendetwas kitzelt Jules Neugier und wenn es auch nur ein komisches Bauchgefühl dem Ehemann ist. Dieser scheinbare Routinefall entwickelt sich aber ganz anders als erwartet, so wie auch Jules Gefühle, nicht nur wegen Weihnachten und den aufdringlichen Kontaktaufnahmen ihrer Mutter, verrückt zu spielen scheinen.
Die Geschichte ist wirklich gut geschrieben, so daß man stets weiterlesen will. Mir als Rheinländerin gefielen die kölschen Telefonate von Jule mit einer einsamen Kölner Witwe besonders. Aber auch der übrige Lokalkolorit zum mir unbekannten Ulm und Umgebung war wirklich toll in die Geschichte eingebunden und sehr stimmungsvoll. Der Fall als solcher ist zwar vertrackt, aber durchaus logisch. Bei der Auflösung muß sich der Leser nicht über irgendwelche hahnebüchenen Überraschungen ärgern, die einem nachträglich den Spaß verderben. Auch wenn der Leser kurz vor Ende die gleichen Schlüsse zieht wie Jule, wenn auch nicht wie Mark, der nach wie vor im Dunkeln tappt, so bietet der Showdown zum Schluß noch richtig Spannung. Diesmal kommt die Spannung auch ohne großes Inferno zum Schluß aus. Alleine den Täter zu kennen, heißt ja nicht gleich ihn auch zu überführen und zu stellen! Da Jule über die Jahre aber dazu gelernt hat, hat sie am Ende allen Grund zur Freude über ein dieses Jahr endlich schönes Weihnachtsfest. Ja, das Weihnachtsfest im Jazzkeller, darf der Leser mitfeiern und dabei noch so manch eine Überraschung erleben.
Sehr gut gefiel mir, daß der Verlag diesmal bereit war, das Personenverzeichnis vornan zu stellen. Da Band 3 schon eine Weile zurückliegt, war ich sehr froh über diese kurze Auffrischung zum Einstieg und Neuankömmlingen in der Seele, wird die Aufstellung den Einstieg umso mehr erleichtern.
Neben dem wirklich geschmackvollen Cover, das weihnachtlich, aber nicht kitschig wirkt, wird der gute Geschmack noch durch schmackhafte Rezepte im Anhang angeregt. Runde Sache finde ich!
Nicht nur der starke Schneefall und die zum Teil romantischen Weihnachtsmarktbesuche machen „Alles schläft, einer wacht“ zu einem wunderbar spannenden und romantischen Weihnachtskrimi. Weihnachten könnte nun fast kommen, Schmacht! Wer also noch keine Ideen für Weihnachtsgeschenke hat, sollte dieses Buch nicht aus dem Auge verlieren.
Eine ganz klare Leseempfehlung nicht nur für eingefleischte Jule-Fans mit 5 von 5 Sternen!