Samstag, 31. Dezember 2016

Die Donauprinzessin und die Toten von Wien







  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 02.12.2016
  • Verlag : Ullstein Taschenbuch Verlag
  • ISBN: 9783548287997
  • Flexibler Einband 416 Seiten
  • Genree: Historischer Krimi
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Wien zur Jahreswende 1531/32: Die „Donauprinzessin“, Weinbäuerin Fanny, wartet nun schon fast 1 Jahr auf den Heiratsantrag des Mathematikers Sebastian Grün – schließlich wäre es eine Liebesheirat – doch der kann sich zu diesem endgültigen Schritt einfach nicht durchringen. Da kommt ihm der Auftrag von Bürgermeister Treu gerade recht, die rätselhaften Todesfälle der letzten Tage aufzuklären. Schnell wird klar, dass die Morde mit der ehemaligen türkischen Belagerung Wiens zusammenhängen. Aber wie kann Sebastian den Mörder stoppen und was hat es mit der mysteriösen Schatulle auf sich, die anscheinend alle suchen?

Die Donauprinzessin und die Toten von Wien“ hat mich von Beginn an gefesselt. Obwohl es eine Fortsetzung ist und ich den ersten Teil nicht kenne, konnte ich problemlos in die Geschichte und das Setting eintauchen. Besonders gefallen hat mir, dass die historischen Personen (wie Bürgermeister Treu) und Eckdaten (die Belagerung Wiens und der Ausbau der Befestigungsanlagen) scheinbar mühelos in die Geschichte integriert wurden. Auch der Gräuel der Überlebenden nach der Belagerung wird sehr einfühlsam beschrieben.

Die Protagonisten sind durch ihre Ecken und Kanten sehr authentisch. Fanny ist Witwe, ihr Ehemann misshandelte sie regelmäßig und in gefährlichen Situationen verfällt sie immer noch in Schockstarre. Jetzt sorgt sie sich zusätzlich auch noch um ihren Vater, dessen Gedächtnis und Wesen sich nach einem Unfall drastisch verändern. Außerdem muss sie bald heiraten, wenn sie den Weinberg behalten will.
Sebastian liebt Fanny ehrlich, hat aber Angst sich zu binden (die Gründe dafür verrate ich hier natürlich nicht ;-) ). Leider kommt es zu einigen Missverständnissen zwischen den beiden. Wird es trotzdem ein Happy End geben?
Für die richtige Würze und das Tempo der Geschichte sorgen außerdem ein sehr geschäftstüchtiger Bürgermeister, ein undurchsichtiger Gesandter und ein intrigierender Pfarrer. Die besondere Spannung kommt mit DEM Bösewicht, dem Weinbauer Geiger ins Spiel, der Fanny um jeden Preis heiraten will und dabei auch vor Gewalt nicht zurückschreckt.

Eine erschreckende Aktualität bekommt dieses Buch durch den geschilderten Fremdenhass: je mehr Tote auftauchen, desto höher kocht die Stimmung in der Stadt und am Ende verdächtigt jeder jeden. Fanny und Sebastian tun ihr Bestes, um den Täter zu entlarven und endlich die geheimnisvolle Schatulle zu finden.

Dieser tolle historische Krimi hat mich von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten. Er ist spannend, kurzweilig, humorvoll und schreit geradezu nach einer (weiteren) Fortsetzung. 5 Sterne und meine uneingeschränkte Leseempfehlung!