Samstag, 17. Dezember 2016

Interview mit Pebby Art und Verlosung eines Weihnachts-eBooks


Liebe Pebby, würdest Du Dich unseren Lesern bitte kurz vorstellen?
Ja, gerne, liebe Dani.

Ich wohne zusammen mit meinem Mann, meinen drei Kindern und unserer Katze Koko in Niedersachsen in der Nähe von Papenburg. Als Pebby Art schreibe und illustriere ich Kinderbücher. Bisher habe ich fünf Kinderbücher veröffentlicht und eine Kurzgeschichte. Drei der Bücher gehören zu einer Reihe, in der der kleine, lebendig gewordene Stoffesel Klausmüller mit Humor und Eigensinn und zusammen mit seiner Besitzerin Klara und dem vierzehnjährigen Joey Kriminalfälle löst. Auch die weihnachtliche Kurzgeschichte, die es nur als eBook (dafür aber gratis) bei Amazon gibt, ist ganz in Klausmüllers Hand.
Als Jamie Craft habe ich bisher den Roman „Die Prophezeiung. Das Inferno von Little Germany, New York“ auf den Markt gebracht. Da es sich bei diesem Buch um einen Roman im Erwachsenengenre handelt, und ich die Kinderbücher deutlich von der Erwachsenenlektüre trennen wollte, habe ich mir für diesen Bereich ein anderes Pseudonym (Jamie Craft) gesucht. In ein paar Wochen wird der nächste Roman im Erwachsenenbereich folgen. Es ist ein Nebenband zur „Prophezeiung“.


Welches Buch war Dein Erstlingswerk?
Mein Erstlingswerk ist „Auf und weg!“, ein Kinderbuch zum Thema "Trennung der Eltern", bei dem ebenfalls ein kleines, zum Leben erwecktes Stofftier mitspielt (ein kleines Pferd namens Floh, das lieber "Heinz" heißen möchte).

Wie viele Bücher hast Du bisher veröffentlicht?
Bisher habe ich sechs Bücher und drei Kurzgeschichten veröffentlicht.

In welchen Genres schreibst Du überwiegend?
Die meisten Bücher habe ich bisher im Kinderbuchbereich veröffentlicht. Ich werde in Zukunft jedoch vermehrt im Erwachsenengenre tätig werden. Sowohl im Kinderbuch- als auch im Erwachsenengenre decke ich sehr gerne die Sparten Humor und Spannung ab. Von beidem ist eigentlich immer etwas in meinen Büchern vorhanden.

Und natürlich gleich die Standardfragen:
Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Ich habe damals schon die alte Schreibmaschine im Hause meiner Eltern gerne malträtiert (es gab stets einen Kampf mit diesen ollen Typenhebeln, die sich immer wieder ineinander verhakten, wenn man die Tasten zu schnell hintereinander antippte). Das heißt aber nicht, dass ich durchgängig geschrieben habe. Aber seit 1999 betreibe ich das Schreiben ernsthafter. In dem Jahr bin ich mit einem Belletristik-Kurs (Dauer: ein Jahr) über eine Fernschule angefangen. Danach habe ich noch ein literaturwissenschaftliches Studium abgeschlossen. Während meiner Studienzeit habe ich zwar auch viel geschrieben, allerdings sehr wenig Belletristik als vielmehr Hausarbeiten und natürlich die Magisterabschlussarbeit. In der habe ich die Komik in Wilhelm Buschs Knopp-Trilogie untersucht; übrigens ein Werk, in dem wesentlich feinsinnigerer Humor vorherrscht als in den Max-und-Moritz-Werken, und das mir persönlich bedeutend besser gefällt als Buschs berühmtestes Werk.

Woher nimmst Du die Ideen für das Buch/die Bücher?
Ideen gibt es überall. Man hört etwas oder erlebt es selbst oder aber man stößt auf einen Artikel in der Zeitung, der einen gefangen nimmt.
So ist es mir mit meinem Erwachsenenwerk „Die Prophezeiung. Das Inferno von Little Germany, New York“ ergangen. Im Jahr 2004 gab es einen Artikel in unserer Tageszeitung zu dem Schiffunglück mit über tausend Toten auf dem East River. Es handelte sich dabei um eine Ausflugsgesellschaft aus dem damals noch existierendem Viertel „Little Germany“ in New York. Hauptsächlich Frauen und Kinder waren unter den Opfern. Der Artikel hat mich mitgenommen und ich dachte mir: Hey, warum weiß ich da nichts von?
Das Unglück ist in Vergessenheit geraten. Da es sich um deutsche Auswanderer handelte und man nach den beiden Weltkriegen nicht sehr gut auf die Deutschen zu sprechen war, hat man auch das Unglück nirgendwo mehr erwähnt. Daher wissen die meisten nichts von diesem Inferno, obwohl es bis zum 11. September 2001 das größte (mit den meisten Toten) in New York war.

Wie lange brauchst Du für ein Buch?
An der „Prophezeiung“ – Teil 1 habe ich sehr lange gesessen, da auch aufwändige Recherchearbeit nötig war. Ich bin ja 2004 bereits angefangen, habe aber nur zwischendurch mal ein wenig daran gearbeitet, da das Studium sehr viel Zeit in Anspruch nahm und ich in der Zeit auch noch mein drittes Kind zur Welt gebracht habe. Letztes Jahr habe ich dann konzentriert daran gearbeitet und es hat auch fast ein Jahr gedauert, bis es fertig war. Es ist dieses Jahr im Mai auf den Markt gekommen.
Bei den anderen Büchern liegt die Schaffenszeit meist bei ein paar Monaten (ungefähr ein halbes Jahr), wobei es bei den Kinderbüchern auch noch davon abhängt, wie viele Zeichnungen ich mit hineinbringe, da ich diese ja auch selbst illustriere.

Wer bekommt die Bücher zuerst zu lesen?
Die Kinderbücher werden als Erstes von meiner jüngsten Tochter gelesen, an den Erwachsenenwerken dürfen mein Mann und meine ältesten Kinder sich austoben.

An welchem Projekt/Buch arbeitest Du aktuell?
Es wird einen zweiten Teil von „Die Prophezeiung“ geben. Daran arbeite ich gerade und komme auch gut voran. Es ist keine Fortsetzung der Geschichte, sondern ein Nebenband. In „Die Prophezeiung“ taucht vierzehn Tage vor dem Unglücksdatum 15.06.1904 eine junge Frau in Little Germany auf, die behauptet, eine Zeitreisende zu sein und die meiner Protagonistin, der vierzehnjährigen Greta, erzählt, dass sie gekommen sei, um das Unglück zu verhindern. Nun steht Greta vor dem Dilemma, ob sie dieser Fremden glauben soll oder nicht.
Die Zeitreisende Lillie wird im ersten Band nicht mit Innensicht gezeigt und auch ihr eigentliches Leben im Jahr 1984 in Deutschland wird im Dunkeln gelassen, da dieser Roman nur im Jahr 1904 spielt.
Der zweite Band widmet sich nun den Herausforderungen, vor die Lillies Urgroßoma Greta (eben jene Greta aus dem ersten Band nach achtzig Jahren) die Siebzehnjährige stellt, indem sie ihr ihre Tagebücher gibt, mit dem Auftrag, in Little Germany das Unglück zu verhindern. Dieser zweite Teil bewegt sich nicht nur in einem Zeitraum, sondern springt zwischen 1984 und 1904 hin und her. Freunde des ersten Teils können hier sowohl auf alte Bekannte treffen als auch neue Figuren kennenlernen und die Schwierigkeiten miterleben, mit denen Lillie zu kämpfen hat. Ich denke, dass in diesem zweiten Teil einige Aspekte und Hindernisse zu finden sind, mit denen Leser des ersten Teils nie gerechnet hätten. Es dürfte also auch für diejenigen, die Teil 1 bereits kennen, eine interessante und spannende Lektüre sein.

Was machst Du, wenn Du nicht gerade ein Buch schreibst? (Beruf und/oder Hobbies?)
Ich gebe Deutschkurse für Migranten und versuche mich mit ein wenig Yoga und Pilates fit zu halten. Und natürlich gibt es auch jeden Tag Aufgaben zu erledigen, die in einer Familie so anliegen (sei es Chauffeurdienste, Hausaufgabenhilfe, Kochen …).
Ansonsten lese ich natürlich so oft wie möglich und treffe mich gerne mit Freunden.

Hast Du eine Sammelleidenschaft? Wenn ja, welche?
Nein, habe ich nicht.

Treibst du Sport?
Ja, zusätzlich zu Yoga und Co. erledige ich Wegstrecken, die nicht zu lang sind, gerne mit Fahrrad. Kürzlich war ich mit meinen Kids joggen, doch da hinke ich konditionstechnisch echt hinterher.

Hast Du eigene Tiere? Wenn ja, welche?
Wir haben eine freche Katze namens Koko, die wir trotz ihrer oftmals ausgefahrenen Krallen sehr lieben.

Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio € auf dem Konto hättest? Würdest Du Dein Leben ändern?
Nein, ich glaube nicht sehr. Klar, das eine oder andere würde man sich vielleicht eher kaufen als jetzt, aber grundsätzlich würde sich wohl nicht viel ändern.

Wie würden Dich Deine Freunde beschreiben?
Hilfsbereit, freundlich und gut gelaunt.

Wie würden Dich Deine Feinde beschreiben?
Gutmensch, naiv, überdreht. 

Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee?
Beides.

Hast Du einen Lieblingsort und verrätst Du ihn uns auch?
Hm. Hab gar keinen.

Da wir ein Buchblog sind, interessieren uns natürlich auch Deine Lesegewohnheiten!
Erinnerst Du Dich an Dein erstes selbst gelesenes Buch? Wenn ja, welches Buch war es?
Ich erinnere mich nicht, was mein erstes Buch war, aber ich weiß noch, dass ich als kleines Kind zur Weihnachtszeit gerne in der Küche vor der Heizung saß und in meinen weihnachtlichen Pixibüchern gelesen habe.

Welches Buch hast Du als letztes gelesen und welches Buch liest Du aktuell?
Als letztes habe ich „Der 6. Geburtstag“ von Nika Lubitsch gelesen. Ein sehr spannendes und gut geschriebenes Buch.
Zurzeit lese ich „Girl on the Train“ von Paula Hawkins. Das Buch ist auch sehr gut geschrieben, nur brauchte ich ein wenig, um mich auf die Hauptperson Rachel einlassen zu können, da die Stimmung eher düster und depressiv/traurig ist. Doch mittlerweile greife ich immer zwischendurch mal schnell zu dem Buch, um ein wenig weiterzulesen. Es hat mich also doch noch gepacktJ. Und die Popcorn für den Kinofilm sind schon bestellt;).

Welches Buch hat Dich bisher am meisten beeindruckt oder beeinflußt und warum?
Ich weiß gar nicht, welches Buch mich am meisten beeindruckt hat. Da gibt es mehrere.
Kürzlich habe ich ‚Tschick‘ von Wolfgang Herrndorf gelesen. Das fand ich sehr gut, obwohl es noch nicht einmal einem konkreten roten Faden folgt. Es ist ja mehr ein Roadmovie, eine Reise zweier Jugendlicher durch Deutschland (mit dem Ziel Walachei) und zu sich selbst. Aber es strahlt so viel Atmosphäre aus, die zwei Charaktere spielen so klasse zusammen, dass es einen einfach mitnimmt. Auch der Film ist super umgesetzt, hat super Dialoge und hat mich beeindruckt.
Ansonsten mag ich Spannung oder / und Humor. Den „Hundertjährigen“ von Jonas Jonasson, den fand ich auch klasse, weil er diesen spezifischen Humor mithilfe der distanzierenden Erzählstimme hat.

Verrätst Du uns Dein Lebensmotto?
Stets weitermachen mit dem, was einem Wichtig ist, auch wenn es Rückschläge gibt. Und das, was ich mache, sollte Freude bereiten.

Und zum Abschluß:
Welche Frage wolltest Du schon immer mal gestellt bekommen?
Darüber habe ich leider noch nie nachgedacht ;-). Weiß ich also gar nicht.

Gibt es eine Figur aus Deinen Büchern, mit der Du Dich liebend gerne mal auf einen Kaffee zusammensetzen würdest?
Da gibt es mehrere. Doch wenn ich mich jetzt spontan für jemanden entscheiden sollte, würde ich Bert, den Bruder von Greta aus „Der Prophezeiung“ gerne einladen. Er ist ehrgeizig, aufrichtig und sieht natürlich verdammt gut aus.
Aber natürlich wäre es bestimmt ein ziemlicher Spaß, den kleinen lebendigen Stoffesel Klausmüller auf einen Kaffee zu treffen. Allerdings müssten dann wohl auch eine Menge Kekse auf dem Tisch liegen ;-).




Wie ihr oben lesen konntet, hat Pebby Art auch eine Weihnachtsgeschichte geschrieben. Um ein eBook davon zu gewinnen schreibt uns bitte bis zum 23.12.2016 um 23.59 Uhr in den Kommentaren, mit welchen Weihnachtskekesen ihr Klausmüller überzeugen würdet, Euch zu helfen. Viel Spaß und viel Glück!