Freitag, 2. Dezember 2016

Kinder sind die Pest und man liebt sie trotzdem

von Bunmi Laditan




  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (17. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442176212
  • ISBN-13: 978-3442176212              

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Wenn der Kleinkindwahnsinn Einzug hält, wird es im Alltag nicht unbedingt einfacher. Man erwischt sich immer wieder bei Fluchtgedanken und Racheplänen. Hier werden absurde und ungewöhnliche Erziehungstipps für viele Situationen mit dem Kleinkind gegeben.

Rein vom Cover würde ich beim Stöbern in der Buchhandlung auf jeden Fall zugreifen. Der Titel ist witzig und durch die Sterne und die Kritzeleien wird man schon angezogen. Auch der Klappentext verspricht ein witziges Buch mit Tipps zur Erziehung. Auch die Themengebiete wie zum Beispiel Körperpflege, Essenszeit oder Töpfchentraining bieten für Eltern interessante Themen, doch wenn man dann mal ein paar Seiten liest, ist die Sachlage eine andere.
Ich weiß überhaupt nicht, wem ich dieses Buch empfehlen könnte. Wir sind ein Haushalt, in dem keine Kleinkinder mehr wohnen und ja man findet sich immer mal wieder, kann auch mal schmunzeln. Doch zum größten Teil sind die Situationen völlig überspitzt dargestellt beziehungsweise völlig ins Lächerliche gezogen.
Als Beispiel die Zahnpflege, die mir als Zahnarzthelferin sehr wichtig ist. Auch hier findet sich wohl jeder bei der witzig dargestellten Situation „Zähne putzen“  wieder, denn jeder hat schon mal gesagt, dass das Kind den Mund weiter als einen Millimeter öffnen soll. Jedes Kind hat schon mal gejammert, das die Zahnpasta zu scharf ist und jedes Kind hat schön auf den Waschbeckenrand gespuckt, statt ins Waschbecken. Doch die vorherige Aussage, dass das Zähneputzen völlig überbewertet wird, da es ja nur die Milchzähne sind und die „Erwachsenenzähne“ ja eh noch nachkommen, gehen mir einfach vom Niveau zu weit runter. Und solche Aussagen gibt es immer mal wieder, auch bei anderen Themen. Oftmals wird auch zum Genuss von Alkohol geraten, was ich auch nicht unbedingt unterstützen kann.
Es gab aber auch sehr witzige Stellen, wie zum Beispiel die Beschreibung der unterschiedlichen Elterntypen wie die Klugscheißer-Eltern, die Glitzer-Eltern, die Konkurrenzkampf-Eltern, die Heile-Welt-Eltern oder die Eltern mit Göttergleichen-Wunderkindern. Hier hat man tatsächlich von fast allen Gruppierungen im Bekanntenkreis Beispiele gefunden und konnte echt schmunzeln.

Doch wer sollte dieses Buch lesen?

Gute Frage, als Erziehungsratgeber kann man es nicht gebrauchen, durchgehend witzig finde ich es auch nicht, so das für mich auch Eltern rausfallen, die man während der Kleinkindphase aufheitern möchte. Wer bleibt? Vielleicht Eltern die einfach ein kompaktes Buch lesen möchten, in dem Situationen des Kleinkindalltags dargestellt werden und dieses Buch nicht zu ernst nehmen. Denn dann ist dieses Buch überhaupt nichts für Einen. Man sollte über die „Hilfen“ hinweg schauen können, denn sie kommen nicht immer ernstgemeint daher. Um kurz zu flüchten und zu merken, dass es auch anderen Eltern ähnlich geht, wäre das Buch ok.

Sehr überspitzt dargestelltes Buch aus dem Kleinkindalltag, das mit nicht völlig ernstgemeinten Ratschlägen daherkommt. Wer sich darauf einlassen kann, auch mal über die ein oder andere blöde Aussage hinweg zu lesen, ist hier eingeladen ein ab und zu witziges Buch zu lesen.