Mittwoch, 14. Dezember 2016

MacMotz und die rotzgrüne Zuckerwatte

von Rüdiger Bertram



  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1 (24. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3473369373
  • ISBN-13: 978-3473369379
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
  • Genre: Kinderbuch                                            


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Der geizige und fiese Generaldirektor der Zuckerwattefabrik MacMotz erhält an seinem 70. Geburtstag einen überraschenden Brief und beschließt fortan ein netter Mensch zu werden. Diener Carl hat so seine Zweifel, daß ihm das in dem Alter noch gelingt. MacMotz meint, daß es ja nicht so schwer sein könne, er müsse nur mal Spielen, das habe er ja noch nie gemacht! Aber er merkt, daß er das gar nicht kann, er weiß nicht, wie es geht! Hilfe muß her, und da er bislang alles gekauft hat, was er haben wollte, will er das erste Kind kaufen, daß er auf dem Weg in die Stadt sieht. Seine Wahl trifft auf Danny, den ältesten Sohn seines Fabrikmitarbeiters, der mit seiner zahlreichen Kinderschar in einer erbärmlichen Hütte nebenan wohnt. Danny läßt sich auf den Deal ein, damit seine Geschwister nicht mehr Hungern müssen und endlich Kleider kaufen und nicht aus dem Altkleidercontainer nehmen müssen. Doch als Danny in die Fabrikantenvilla einzieht wird alles anders.
Meine Kinder haben das Buch geliebt. Ich wurde nicht mehr mit „Guten Morgen“ sondern mit „Kannst Du uns MacMotz vorlesen“ begrüßt. Dabei ist das Buch nicht nur lustig, sondern auch ein bißchen traurig, aber der Zielgruppe entsprechend mit einem wunderbaren Ende.
Das Thema Freundlichkeit wird so krass vor Augen geführt in Form des wirklich heftigen MacMotz, daß Kinder ganz klar erkennen, daß das Leben wirklich viel schöner ist, wenn man nett ist. Aber auch die Bedeutung des unbeschwerten Spielens für Kinder wird ebenso angesprochen, wie Verantwortung für Geschwister und die Erkenntnis, daß Arbeiten wirklich müde macht, auch wenn man die Zeit sinnvoll genutzt hat. Eltern sind manchmal tatsächlich zu müde zum Spielen, obwohl sie es gerne täten. Dabei wird es nicht mit erhobenem Zeigefinger präsentiert, sondern locker flockig in eine fantastische Geschichte eingebaut, die den Kindern auch ein wenig wirtschaftliche Zusammenhänge und nachhaltige Anbaumethoden erklärt ;)
Danny und Diener Carl sind durch und durch liebenswürdig und auch Danny’s jüngste Schwester Sophiechen ist uns sehr ans Herz gewachsen. Sophiechen sieht aber auch sehr süß auf den Bildern aus. Diese hat meine Große als „naja, nicht die Besten, aber o.k.“ bewertet. Als ich die ihrer Meinung nach besten Bilder wissen wollte, nannte sie mir ihre Lieblingsmädchenbücher, die teilweise gar keine Bilder, sondern nur Vignetten haben. Dieses Urteil war allerdings bevor wir das Buch gelesen haben.
Die Sprache ist wirklich angenehm und ist für Kinder gut lesbar. Trotz einiger trauriger Momente ist es auch sehr lustig und nimmt einiges auf’s Korn. Sehr beeindruckt waren meine Kinder von den Lieblingsschimpfworten von Danny und seinen Geschwistern, welche sie nun auch verwenden, mit meiner Genehmigung. Denn wenn man stets nur Zuckerwatte ist, weil sich der Vater keine normale Nahrung leisten kann, steht Kinder das süße Zeugs bis zum Hals und Herzhaftes wird umso begehrter. Dabei sind die Kinder stets für einander da und denken auch in der Not aneinander. Das Tollste ist aber ihre Kreativität, wie sie aus dem Nichts die tollsten Spiele erfinden können, ohne Berge von Spielsachen. Hauptsache, sie haben sich, Platz genug und gute Laune, sowie eigene Ideen, dann kann es schon los gehen!
Eine sehr schöne, in sich abgeschlossene Geschichte.
Jetzt kann ich nur noch sagen: von uns dreien die uneingeschränkte Leseempfehlung, aber jetzt müssen wir Schluß machen und weiterspielen! (= 5 von 5 Sternen)