Montag, 6. März 2017

Alpengriller







Erscheinungsdatum Erstausgabe : 07.03.2017 
Verlag : Tinte & Feder 
ISBN: 9781477820537 
E-Buch Text 346 Seiten 
Genre: Humor

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Herbert in der Sinnkrise

Nur noch Vater, nicht mehr Mann – Herbert fühl sich seit der Geburt seines Stammhalters von Anja nicht mehr wahrgenommen. Da hat er sich extra Elternzeit genommen, damit sie ihr Café schnell wieder selber führen kann und jetzt ist das Dasein als Hausmann so ganz anders, als erwartet. Wie passend, dass Hans dringend Hilfe braucht und auf Kumpelnotfall plädiert. Anja ist nicht begeistert – seit wann gilt Bruder vor Luder.“ ? Doch letzten Endes gibt sie nach, vielleicht tut ihnen eine Auszeit ja mal ganz gut – dass ist Herbert dann aber auch suspekt. Sieht Anja es a la: Die Nanny fährt in Urlaub.“? Und warum taucht ihr Ex ausgerechnet jetzt wieder bei ihr auf???

Hans Notfall ist übrigens seine neuer „Freizeithof“ bei Berchtesgaden, den er an den militanten Chef einer Webeagentur samt dessen Coach zur Teambildung vermietet hat. Nur leider ist der Hof eher eine Ruine, da kann auch Herbies Idee „Back tot he Roots“ nicht viel retten - die Menschen sollen sich wieder erden, auf Komfort verzichten (den es ja eh nicht gibt), miteinander reden statt nur in ihre Smartphones zu schauen, selbst kochen, auf einen Berg steigen etc.
Für Herbies Verbesserungsvorschläge ist Hans trotzdem dankbar – schließlich ist Herbert ja jetzt die Hausfrau ;-). Und je länger dieser die designierten „Werbefuzzis“ beobachtet oder beim Rudern und Downhill-Fahren über sich hinauswächst, um so klar wird ihm, dass auch er sein Leben ändern will ...

„Alpengriller“ ist der 4. Teil der sehr amüsanten Buchreihe um Herbert (und seinen Freund Hans). Während Herbert in den vorherigen Bänden oft noch recht unbeholfen und bemitleidenswert rüberkam, ist er jetzt erwachsen geworden. Natürlich frotzeln er und Hans immer noch was das Zeug hält oder machen ihre Späßchen mit den Gästen. Und es geht auch immer noch viel schief, wenn die beiden etwas anpacken - für ausreichend Humor ist also wieder gesorgt. So muss sich Herbert mehrfach gegen einen weiblichen Gast zur Wehr setzen, die ihn unbedingt verführen will („Fremdgehen ist es ja nur dann, wenn es der andere mitkriegt.“) und Hans soll doch tatsächlich OHNE FLEISCH GRILLEN – da bekommt er fast einen Herzinfarkt! Als wären die beiden Zuchtbullen – äh, der Werbechef und der Coach - mit ihren Testosteronwettkämpfen nicht schon Strafe genug ;-) .
Aber keine Angst, Friedrich Kalpenstein verwendet keinen flachen Männerhumor, sondern nimmt seine eigene Spezies sehr intelligent und frauengeeignet auf die Schippe! Ich habe wieder herzlich lachen können.
Und das Fazit der Geschichte: Als Mann hat man es heutzutage nicht mehr leicht ;-).