Montag, 20. März 2017

Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension verboten






Erscheinungsdatum Erstausgabe : 17.02.2017 
Verlag : Thiele & Brandstätter Verlag 
ISBN: 9783851793383 
Fester Einband 368 Seiten 
Genre: Roman

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Regeln sind da, um gebrochen zu werden

Cecilia ist Anfang 40, als ihr Mann sie wegen einer Jüngeren verlässt. Kinder hat sie leider auch keine, steht plötzlich allein da. Nur ihre Karriere als Anwältin ist ihr geblieben und das Haus, welches ihr ihre Großeltern vererbt haben.
Sie könnte sich jetzt verkriechen und trauern, aber sie nutzt lieber die Chance für einen Neuanfang - und der gelingt ihr wirklich gut. Sie baut das für sie allein viel zu große Haus kurzerhand in eine Pension für Studentinnen um. Dabei lässt sie sich weder von ihren Eltern noch vom Bauunternehmer Andrés verunsichern. Und auch dem jungen Asylanten Justice, der bisher unbemerkt im Garten des Hauses gewohnt hat, gibt sie eine Chance. Er darf weiterhin im Garten wohnen, wenn er bei den Umbauten hilft.
Bald findet eine Haushälterin, Azucena, in die Pension. Sie bewirbt sich auf die Anzeige, welche Cecilias Großeltern vor 3 Jahren aufgegeben haben! Und auch die Pensionsgäste, 3 Studentinnen, sind schnell gefunden. Aber bei 5 Frauen unter einem Dach kommt es natürlich zu Reibungen, weshalb nach und nach verschiedene Pensionsregeln aufgestellt werden.
Diese Regeln, welche gleichzeitig die Kapitel-Überschriften bilden, werden natürlich noch im selbigen gebrochen oder widerlegt.

Heftiges Umarmen im Eingangsbereich der Pension verboten“ ist eine sehr unterhaltsame, ziemlich spannende und tiefgründige Geschichte. Themen wie der Umgang mit Trauer und Asylanten werden nicht wertend, sondern mit einer besonderen Leichtigkeit erzählt. Aber eine gewisse Dramatik bleibt natürlich nicht aus. Dazu kommt die mystische Komponente durch Cecilias Großeltern, deren Geister nachts in der Pension gesehen werden, das plötzliche Auftauchen von Azucena und Andrés Verschlossenheit. Natürlich erzählen auch die Studentinnen nicht alle ihre Geheinisse und sorgen für so manche Verwicklung. Diese vielen kleinen Dinge machen die Geschichte spannend.

Das Miteinander der Protagonisten hat mir sehr gut gefallen, da wird geflirtet, geliebt und gelacht, geweint, es werden Intrigen gesponnen, Grabenkämpfe ausgetragen und Entdeckungen gemacht. Ein Auf und Ab wie im wahren Leben. Zeitweise war das Buch fast ein Krimi, an anderen Stellen mir dafür aber etwas zu langatmig. Und auch das Ende kam mir etwas zu plötzlich, war mit zu viele Zufällen und Dramen behaftet. Außerdem blieb eine wichtige Sache ungeklärt. Dafür haben mich die Geister der tanzenden Großeltern besonders berührt.