Sonntag, 28. Mai 2017

Der Angstmann





  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 23.09.2016
  • Verlag : dtv Verlagsgesellschaft
  • ISBN: 9783423261203
  • Flexibler Einband 336 Seiten
  • Genre: Historischer Krimi
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Der Angstmann geht um

Es ist Ende Mai 2017, das Thermometer zeigt 47 Grad in der prallen Sonne doch ich hab Gänsehaut - der Angstmann geht um.

Dresden, 19. Mai 1945: Kriminalinspektor Max Heller sollte froh sein, dass er und seine Frau die Nazis, die Bombennacht und auch den Einmarsch der Sowjetarmee überstanden haben. Aber er kann nicht, denn seit dem 30.11.1944 geht ein bestialischer Frauenmörder in Dresden um. Heller ist ihm immer knapp auf den Fersen, doch jedesmal entkommt „er“ wieder. Stimmen werden laut, dass es gar kein Mensch wäre, sondern eine Bestie, sondert sie doch einen eigenartigen Speichel und sonderbare Geräusche ab - oder ist es vielleicht eine Fremdsprache? Man weiß es nicht. Immer mehr wollen ihn gesehen haben, vor ihm geflohen sein … Wer oder was ist es?

Selten hat mich ein Krimi so berührt wie „Der Angstmann“ von Frank Goldammer. Ich bin selber Dresdnerin, kennen jede Straße, jede Brücke, jeden Ort, den er erwähnt. Das geht mir alles so nah. Natürlich kenne ich auch noch die Bilder des zerstörten Dresdens - schließlich wurden sie uns in der Schule oft genug gezeigt, damit wir nicht vergessen.

Das Buch ist echt krass - entschuldigt diese Ausdrucksweise, aber für das, was der Angstmann seinen Opfern antut, kenne ich kein anderes Wort.
Die Story - sehr erschreckend. Neben der Suche nach dem bestialischen Mörder geht es ja auch ums nackte Überleben. Die Protagonisten gehen alle sehr vorsichtig miteinander um. Tasten sich unauffällig ab. Ist der gegenüber Freund oder Feind, auf welcher Seite steht der andere? Und dazu immer wieder Alarm. Ich wäre durchgedreht.

Geschickt setzte Frank Goldammer mehreren Abschnitte / Personalien deutscher Geschichte in Szene: das Naziregime, die russischen Besatzern, Überlebende, Kriegsgewinnler …
Und was davon ist Heller? Er wird immer wieder angegriffen,  muss sich mit allen gut stellen, anpassen - denn er will unbedingt den Mörder fassen: „Ich bin Max Heller. Ich war es und werde es immer sein, bis ich sterbe!“

Eines ist sicher, vergessen werde ich dieses Buch nie.