Mittwoch, 26. Juli 2017

Göttlicher Mörder

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 03.07.2017
  • Aktuelle Ausgabe : 17.07.2017
  • Verlag : Blanvalet
  • ISBN: 9783734103445
  • Flexibler Einband
  • Genre: Thriller
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Dionysos - griechischer Gott des Weines, der Trauben, der Freude, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase
oder ein gesuchter Serientäter, der Frauen auf bestialische Weise ermordet? 

Letzteres thematisiert Uwe Wilhelm in seinem neuen Thriller "Die sieben Farben des Blutes", der im Juli 2017 bei blanvalet erschienen ist. 

Eine Inszenierung sollte es werden und Dionysos sendet Vorankündigungen. Sieben Frauen würde er heilen?!
Drei davon wurden innerhalb von drei Monaten ermordet aufgefunden. Dann scheint für die Ermittler die Mordserie zum Stillstand gekommen zu sein. Nur Staatsanwältin Helena Faber glaubt nicht an das Serienende und sie sollte recht behalten. Ein Jahr später wird wieder eine Frau ermordet aufgefunden und jetzt gerät die Staatsanwältin selbst ins Visier des Dionysos. Ein Kampf auf Messers Schneide beginnt. Nur einer kann gewinnen! 

Die Handlung spielt in Berlin. Das interessierte mich und außerdem hatte ich bislang noch kein Buch von Uwe Wilhelm gelesen. 

Sein klarer, mitunter auch derber Schreibstil passt gut zum Genre. Auch mangelt es der Handlung keinesfalls an "Thrill", dazu ein Schuss Mystik. Die gewünschte Spannung kam auf und so habe ich das Buch relativ schnell durchgelesen. 
Interessant fand ich die schrägen Charaktere. Keine wirklichen Sympathieträger, aber ideal als Besetzung für diese Szenerie.
Einerseits schreibt Wilhelm ziemlich nah an der Realität, untermalt dies mit detaillierten Ortsbeschreibungen und Hintergrundinformationen. Andererseits konstruiert er aber auch so stark, dass es für mich als Leser nicht glaubhaft rüber kam. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass ein Mörder genau die Zeit der Monatsblutungen seiner Opfer bestimmen kann. O.k., es schreibt ein Mann, also sehen wir über diesen kleinen Kritikpunkt hinweg.  
Doch dann kam Helenas Gedächtnisverlust hinzu, der für mich nicht rund dargestellt schien. 
Zudem wurde mir ziemlich schnell klar, wer der Täter ist. Das führte zwischendurch zu einigen Längen. 
Last but not least endet das Buch mit einem Cliffhanger, der aus meiner Sicht unnötig und auch nicht wirklich verständlich war. Vermutlich soll hier Raum für eine Fortsetzung geschaffen werden, wofür mir aber die Hauptakteure nicht stark genug erscheinen. 

Trotz meiner Kritikpunkte halte ich diesen Thriller für ein soliden, spannenden und unterhaltsamen Lesestoff, den man durchaus weiterempfehlen kann.