Mittwoch, 26. Juli 2017

Sonne, Schüsse und Souvlaki

Teils genial, teils nicht mein Fall


Hrsg.  Ingrid Schmitz


Gebundene Ausgabe: 264 Seiten
Verlag: Verlag der Griechenland Zeitung (April 2017)
ISBN: 9783990210208
Genre: Krimi/ Kurzkrimis

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In dieser Anthologie sind 16 Kurzkrimis vereint, die trotz aller Unterschiede dennoch zwei Dinge gemein haben: sie alle spielen in Griechenland und in jeder spielt eine kulinarische, griechische Spezialität eine mehr oder weniger große Rolle.

So hat die Herausgeberin Ingrid Schmitz nicht nur 16 Krimis zusammengefügt, sie versorgt uns Leser auch mit den passenden Rezepten zu den genannten Köstlichkeiten. Ebenso wie die Geschichten, sind auch die Rezepte äußerst vielfältig. Neben herzhaften Gerichten wie griechischem Kartoffelsalat oder Bifteki gibt es auch süße Versuchungen, zum Beispiel Loukoumades in Honig-Zimt-Sauce. Auch wenn ich zum Zeitpunkt dieser Rezension noch keines der Rezepte getestet habe, das ein oder andere wird sicher noch den Weg in meine Küche finden.

Ebenso wie mich die Rezepte unterschiedlich stark ansprechen, erging es mir auch mit den Kurzkrimis. Während ich bei einigen auch gerne mehr als die üblichen fünf Sterne geben würde, gab es auch diejenigen, die nur mit Mühe und Not auch nur einen Stern bekommen würden. Zudem gab es zwei oder drei Geschichten, die zwar spannend waren, die ich aber niemals unter Krimi einordnen würde. Zum Glück überwogen für mich jedoch die guten und sehr guten Geschichten und dass einem bei einer Anthologie nicht alles gleich gut gefällt, ist wohl normal.

Es würde wohl den Rahmen sprengen, auf jeden Kurzkrimi im Einzelnen einzugehen, daher beschränke ich mich auf ein paar, die mir aus den ein oder anderen Gründen besonders aufgefallen sind. Dazu gehört auch der erste Krimi dieser Anthologie: „Dim und Nik waren hier“ (Raoul Biltgen). Die Idee, das Verbrechen nach und nach in einem inneren Monolog zu schildern ist nicht nur ungewöhnlich, sie ist auch sehr gut umgesetzt.

Das Ende von Jens Luckwaldts „Schierlingsbecher“ ist ebenso überraschend wie genial und sein Krimi ist eines meiner absoluten Highlights.

Auch Isabella Archans „Wiedersehen auf Kos“, in dem eine Frau die Gunst der Stunde nutzt, um Rache zu üben oder „Die Wespen“ von Jutta Motz, die einem Familienvater helfen, haben mich begeistert.

Neben diesen ganz persönlichen Favoriten, führen uns die anderen Geschichten vor Augen, dass Sprachkenntnisse Leben retten können, es sich nicht empfiehlt dem Gatten im Urlaub untreu zu werden und oder politisches Engagement gefährlich werden kann – ebenso wie das Abkommen vom rechten Weg.

Mein Fazit: Auch wenn mich nicht alle Kurzkrimis überzeugen konnten, findet sich in dieser bunt gemischten Anthologie sicher für jeden Geschmack etwas. Es geht um Liebe und Verrat, um Intrigen, Politik und Rache. Manche Verbrechen sind von langer Hand geplant, andere geschehen schon beinahe zufällig oder sind womöglich einfach nur ein tragischer Unfall. Vor allem Krimi- und/ oder Griechenlandfans dürften bei dieser Anthologie auf ihre Kosten kommen.