Donnerstag, 10. Dezember 2015

Advent mit Charles Dickens

Tag 8

Ach die Kolonialwarenläden

Ach die Kolonialwarenläden! Fast geschlossen waren sie, vielleicht ein oder zwei Laden vorgesetzt: Aber welche Herrlichkeiten sah man durch diese Öffnungen! Nicht allein, dass die Waagschale mit fröhlichem Klingklang auf dem Ladentisch rumorten oder dass der Bindfaden so munter von seiner Rolle schnurrte oder dass die Büchsen blitzschnell hin und her fuhren wie durch Zauberei oder dass der Mischgeruch von Kaffe und Tee der Nase so wohltat; nicht dass die Rosinen so wunderschön, die Mandeln so außerordentlich weiß, die Zimtstängel so lan und gerade, die anderen Gewürze so köstlich, die eingemachten Früchte so dick mit geschmolzenem Zucker belegt waren, dass der kälteste Zuschauer entzückt wurde; nicht allein, dass die Feigen so saftig und fleischig waren oder dass die Brignolen in bescheidener Koketterie in ihren verzierten Büchsen erröteten oder dass alles so gut zuessen oder so schö in seinem Weihnachtskleid war: Das war es nicht allein.
Die Kaufenden waren auch alle so eifrig und eilig in der Vorfreude auf das Fest, dass sie inder Türe gegeneinanderrannten, wie von Sinnen mit ihren Körben zusammenstießen und ihr Einkäufe vergaßen und wieder zurückliefen, um sie zu holen, und rausend ähnliche Irrtümer in der bestmöglichen Laune begingen, während der Kaufmann und seine Leute so frisch und froh waren, dass die blanken Herzen, die ihre Schürzen hinten zusammenhielten, ihre eigenen hätten sein können.