Freitag, 27. Januar 2017

Neapels düstere Geheimnisse

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 12.12.2016
  • Aktuelle Ausgabe : 12.12.2016
  • Verlag : Penguin
  • ISBN: 9783328100508
  • Flexibler Einband 336 Seiten
  • Genre: Kriminalroman
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Ein in Italien lebender deutscher Autor schreibt unter dem Pseudonym Fabio Paretta einen Kriminalroman mit dem Titel "Die Kraft des Bösen". Das weckte mein Leseinteresse!
Außerdem sprach mich das Cover sofort an. Erschienen ist das Buch im Dezember 2016 beim Penguin Verlag. 
Die Geschichte spielt in Neapel und wir platzen direkt in die kaputte Ehe von Commissario Franco De Santis. Keine Zeit für private Probleme, denn De Santis wird in das Arbeiterviertel Bagnoli gerufen. Dort hat sich scheinbar ein Gemeindepfarrer erhängt und auch dessen Haushälterin ist spurlos verschwunden. De Santis zweifelt am Freitod des Geistlichen, doch der Polizeichef ist wenig begeistert von den Ermittlungen in Sachen Mord, zumal besagtes Arbeiterviertel von der Camorra beherrscht wird. De Santis lässt sich nicht beirren, auch wenn er für den Erfolg mitunter unkonventionelle Wege beschreiten muss. 
Zunächst beginnt das Buch verheißungsvoll mit einem spannenden Prolog. Doch danach plätschert die Story so dahin, ohne nennenswerte Spannungskicks oder interessante Wendungen. Mir hat schlichtweg die Würze gefehlt und schnell war auch klar, worauf es am Ende hinauslaufen wird. 
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und angenehm zu lesen.
Eindrucksvoll gelingt es ihm die Stimmung und die Lebensumstände in Neapel in Szene zu setzen. Dabei wird der Leser auch mit den Schattenseiten der Stadt konfrontiert. Alles wirkt ziemlich realitätsnah. 
Mit Franco De Santis hat Paretta einen interessanten Charakter geschaffen, privat nicht gerade auf der Überholspur, aber beruflich ein Wadenbeißer. Das macht ihn für mich sympathisch.
Mit seinen Kollegen hingegen bin ich nicht wirklich warm geworden. Vermutlich sind sie im Zeichen typischer italienischer Durchschnittspolizisten dargestellt, aber mir waren sie unsympathisch und eher ein fader Beigeschmack im Roman. 
"Die Kraft des Bösen" ist ein solider Kriminalroman, durchaus unterhaltsam als Debüt, jedoch mit Steigerungspotential für nachfolgende Bücher.