ISBN : 9783458684398
Taschenbuch : 462 Seiten
Verlag : Insel Verlag
Erscheinungsdatum :11.03.2026
Genre : Roman
Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
Der Buchclub der einsamen Herzen
Sloane ist mit Leib und Seele Bibliothekarin und empfiehlt ihren Lesern mit großer Begeisterung Bücher, die ihnen gefallen könnten. Auch bei Arthur, einem ehemaligen Englischprofessor vom College, gibt sie nicht auf – obwohl sie bei ihm zunächst auf Granit beißt. Er hat bereits mehrere ihrer Kollegen mit seinen bissigen Kommentaren zur Verzweiflung gebracht. Doch Sloane lässt sich davon nicht abschrecken. Schon bald liefern sich die beiden täglich hitzige, aber genussvolle Wortgefechte über Literatur, die sie insgeheim beide sehr genießen.
Sloane schlägt Arthur sogar vor, einen Buchclub zu gründen, was er jedoch rundweg ablehnt. Als er plötzlich nicht mehr in der Bibliothek auftaucht, macht sie sich Sorgen. Sie riskiert ihre Entlassung, indem sie sich seine Adresse aus der Kartei notiert und ihn zu Hause aufsucht.Und ihr Gefühl täuscht sie nicht: Arthur braucht Hilfe. Er ist krank und hat längst den Überblick über die unzähligen Bücher verloren, die sich in seinem Haus stapeln. Während Sloane sich um seine chaotische Sammlung kümmert, sorgt seine Nachbarin Maisey dafür, dass sie beide versorgt sind – und dass der Buchclub schließlich doch ins Leben gerufen wird.
Auch privat steckt Sloane in einer festgefahrenen Situation. Sie hat sich in einer eher reizlosen Beziehung mit Brett eingerichtet. Er liebt sie aufrichtig, kümmert sich um sie und seine Familie ist ausgesprochen herzlich. Doch Sloane empfindet keine echte Liebe für ihn – sie schätzt lediglich die Beständigkeit und die ruhige, vorhersehbare Stabilität, die er ihr bietet.
Arthur hingegen stößt jeden Menschen vor den Kopf, der sich ihm nähert oder ihm helfen möchte. Es scheint, als liebe er nur seine Bücher.
Maisey, deren 16-jährige Tochter kürzlich zu ihrem Vater gezogen ist, weil sie sich von ihrer Mutter zu sehr behütet fühlte, fehlt ihre Tochter sehr. Ihre Fürsorge richtet sie nun auf Arthur und Sloane. Dabei bleibt sie stets im Hintergrund – unauffällig, aber doch das verbindende, ausgleichende Element, ohne das das fragile Miteinander nicht funktionieren würde.
Ich habe die Protagonisten sofort ins Herz geschlossen. Besonders gefallen haben mir die intelligenten Wortgefechte zwischen Sloane und Arthur sowie Maiseys selbstlose, mütterliche Art, mit der sie sich um alle kümmert (ganz zu schweigen von ihrem ungewöhnlichen Beruf). Auch die anderen Beteiligten wachsen einem schnell ans Herz.
Im englischen Original heißt der Roman „Der Buchclub der einsamen Herzen“, und ich finde, dass er deutlich besser zum Inhalt passt.
In Arthurs Haus treffen nach und nach Menschen zusammen, die eines gemeinsam haben: Sie sind verlorene Seelen, die einen schweren Verlust erlitten haben und sich bisher nicht davon erholen konnten. Während sie sich mit Werken der Weltliteratur beschäftigen, kommt auch Bewegung in ihre eigenen Leben. Durch das gemeinsame Lesen wachsen sie zusammen, gewinnen neue Einsichten und Perspektiven und beginnen, sich weiterzuentwickeln. Sie erkennen dabei erstmals, was sie wirklich im Leben wollen.
Das Buch beginnt als klassischer Wohlfühlroman. An die wechselnden Erzählperspektiven musste ich mich jedoch erst gewöhnen, zudem wirkte einiges etwas unübersichtlich und nicht immer ganz logisch.
Die gemeinsam ausgewählten Bücher spiegeln die Lebenssituationen der Buchclubmitglieder wider und eröffnen ihnen neue Blickwinkel auf ihre eigenen Probleme.
Der Verlust als gemeinsamer Nenner zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte – ebenso wie Arthurs schroffe, oft verletzende Art, über andere zu urteilen.
Das Ende ist schön und in etwa so, wie ich es erwartet hatte. Dennoch hinterlässt das Buch ein leicht unvollendetes Gefühl, da einige Fragen offen bleiben.

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