ISBN : 9783755805403
Taschenbuch : 352 Seiten
Verlag : DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum : 16.06.2026
Genre : Roman
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Wenn ein Traum Wurzeln schlägt
„Es ist … ein ambitioniertes Projekt.“ (S. 12) – das ist noch einer der freundlicheren Kommentare, die Saskia von Bauunternehmern zu hören bekommt, wenn sie die Ruine von Schloss Gair besichtigen. Vor allem die alte Eiche mitten im Schlosshof sehen, die unbedingt erhalten werden soll, sorgt für skeptische Blicke und Ablehnung.
Mit ihrem neuestem Roman entführt Sharon Gosling ihre LeserInnen ins Grenzgebiet zwischen England und Schottland zu einer romantisch verfallenen Schlossruine, eingebettet in einem verwunschen wirkenden Wald.
Saskia kennt diesen Ort seit ihrer Kindheit. Es war der Lieblingsplatz ihres Vaters, eines Architekten, der stets davon träumte, das Schloss wiederaufzubauen, ohne die alte Eiche fällen zu müssen. Gemeinsam suchten sie jahrelang nach einer Lösung. Nun möchte Saskia diesen Traum endlich mit ihrem hart erkämpften Erbe verwirklichen.
Doch die abgelegene Lage und der zu schützende Baum schrecken nahezu alle Baufirmen ab. Auch Owen, der letzte Bauunternehmer auf ihrer Liste, sagt erst zu, nachdem Saskia ihm einen ordentlichen Vorschuss anbietet. Für ihn ist nicht nur das Bauprojekt eine Herausforderung, sondern auch seine Auftraggeberin. Dass sie in einem Tiny House direkt neben der Ruine wohnt, hält er zunächst für einen Spleen und vermutet, sie wolle ihn ständig kontrollieren. Er findet Saskia überheblich und ihre Vorstellungen kaum umsetzbar – doch letztlich ist es ihr Geld, das sie investiert. Außerdem braucht er den Auftrag dringend, um nach dem Scheitern seiner Ehe finanziell über die Runden zu kommen und weiterhin Zeit mit seiner Tochter verbringen zu können.
Als wären die Spannungen zwischen den beiden noch schon genug, sorgen protestierende Anwohner und Umweltschützer zusätzlich für Schwierigkeiten. Auch Archäologen und eine historische Gesellschaft versuchen, einen Baustopp zu erwirken. Der gemeinsame Kampf gegen diese scheinbar übermächtigen Widerstände schweißt Saskia und Owen schließlich zusammen. Doch wird ihr Traum am Ende Wirklichkeit?
„Der vergessene Wald“ ist eine schöne Geschichte über (Wahl-)Heimat, das bewusste Leben im Einklang mit der Natur, sowie den Spannungsbogen zwischen Denkmalschutz, Naturschutz und persönlichen Träumen. Besonders gefallen hat mir das Geheimnis der alten Höhlen, das der Handlung eine zusätzliche mystische Note verleiht.
Lediglich die ausführlichen Schilderungen der Bauarbeiten haben meinen Lesefluss gelegentlich gebremst. Ich habe selbst zehn Jahre in einer Baufirma gearbeitet und kann bestätigen, dass die geschilderten Probleme durchaus realistisch sind. Für meinen Geschmack wirkten diese Passagen jedoch stellenweise etwas zu technisch und erinnerten eher an ein Sachbuch als an einen Roman.

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