Dienstag, 4. August 2026

Das Mörderarchiv: Tante Frances hat kein Herz für Mörder

 



ISBN : 9783499018404
Taschenbuch : 384 Seiten
Verlag : ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum : 19.06.2026
Genre : Krimi 

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) 

 

 

  

Blutige Herzen

 

Hüte dich vor dem Herzen, dass in der Dunkelheit verborgen ist. Ohne seinen wahren Namen ans Licht gebracht, wird es zum Todesbringer.“ (S 120)

Vor einiger Zeit erhielt Annie eine Weissagung, mit der sie zunächst nichts anfangen konnte. Doch dann ruft ihre Mutter sie völlig aufgelöst an: Vor ihrer Haustür liegt etwas, das aussieht wie ein blutiges Herz. Wird die Prophezeiung etwa schon wahr? Als Annie in London ankommt, versucht ihre Mutter, die Situation herunterzuspielen – vermutlich sei das Herz lediglich die Beute eines Tieres gewesen. Annie lässt sich davon jedoch nicht beruhigen. Als sie wenig später im Müllcontainer die Leiche von Felicity entdeckt, einer Schülerin ihrer Mutter, der das Herz entfernt wurde, schrillen bei ihr alle Alarmglocken.

Da Felicity, genau wie Annie, aus Castle Knoll stammt, macht sich Annie gemeinsam mit Detective Rowan Crane auf die Suche nach Hinweisen in Tante Frances' Mörderarchiv. Dort stoßen sie auf einen fast 60 Jahre alten Fall: Eine Freundin von Frances wurde auf dieselbe grausame Weise ermordet. Hat der Täter erneut zugeschlagen? Und was verbindet die beiden Verbrechen?

 

Informationen bedeuten Macht … Und ich habe angefangen, eine ganze Menge davon zu sammeln. Zu wissen, dass ich diese Männer damit erpressen kann, verschafft mir Sicherheit.“ (S. 142)

Wie schon in den Vorgängern verknüpft Kristen Perrin auch im 3. Band einen aktuellen mit einem lange zurückliegenden Mordfall. Die Ereignisse der Vergangenheit werden durch Frances' Tagebuch erzählt und zeigen, wie sie zur Mörderjägerin und schließlich zur Frau von Lord Gravesdown wurde.

 

Leider wirkt die Erzählstruktur diesmal unnötig unübersichtlich. Manche Rückblenden sind kursiv gesetzt und mit einem Datum versehen, andere wiederum nicht. Dadurch muss man sich immer wieder neu orientieren, in welcher Zeitebene man sich gerade befindet, was den Lesefluss spürbar bremst. Auch in der Gegenwart springt die Handlung häufig zwischen den Ermittlungen von Annie und denen der Polizei hin und her. Detective Crane ist offiziell gar nicht in den Fall eingebunden, gelangt aber auf Umwegen trotzdem an entscheidende Informationen. Gleichzeitig entwickelt sich die Beziehung zwischen ihm und Annie nur schleppend.

Zusätzlich taucht Annies Vater Sam nach über 20 Jahren plötzlich wieder auf, sucht die Nähe zu ihrer Mutter und weckt damit Annies Misstrauen. Sie ist überzeugt, dass es ihm lediglich um ihr Erbe geht.

 

Die beiden Kriminalfälle sind spannend konstruiert und auch die Figuren überzeugen. Doch das Drumherum wirkt oft zu ausufernd und verliert sich in Nebenschauplätzen. Dadurch fehlt der Handlung stellenweise die Straffheit, die die Vorgänger ausgezeichnet hat.

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