Freitag, 16. Februar 2018

(K)ein Herz für Buchhändler

Kurzweilig und amüsant


von Brigitte Teufl-Heimhilcher


Taschenbuch: 220 Seiten
Verlag: Books on Demand (Dezember 2017)
ISBN: 9783746047041
Genre: heiterer Gesellschaftsroman 

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
Vorab Hinweis:
Zwar wurde mir ein kostenloses Leseexemplar zur Verfügung gestellt,  dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung!








Als der Bürgermeister Jutta vor die Tür setzt und jemand anderen in den Stadtrat beruft, beschließt diese erst einmal ihre Buchidee weiter zu verfolgen, ehe sie sich wieder um einen handfesteren Job bemüht. Tatsächlich schreibt sie einen Roman und veröffentlicht ihn als Selfpublisherin. Doch wie soll sie ihn am besten vermarkten? Ob da Günther weiterhelfen kann, der Buchhändler, den Juttas Freundin Bianca gerade kennengelernt hat? Schließlich hat Günther doch die Geschäfte seines Vaters übernommen und ein Buchhandel verkauft ja nun mal Bücher.

Doch Günther denkt gar nicht daran, Juttas Werk in sein Sortiment aufzunehmen. Selfpublisher… wo käme er denn da hin? So ein Werk kann er doch nicht zu literarisch anspruchsvollen Titeln wie zum Beispiel Theodor Storms Novelle „Der Schimmelreiter“ in seinen Laden stellen.

Aber Jutta und Bianca lassen nicht so schnell locker und als Biancas neuer Vermieter und Nachbar kann Günther den beiden Freundinnen auch nicht so leicht aus dem Weg gehen.

Mit „(K)ein Herz für Buchhändler“ bringt uns die Autorin einen weiteren wunderbaren und amüsanten Roman, den sie selbst in die Kategorie Heiterer Gesellschaftsroman einstuft. Auch wenn es vielleicht keine offizielle Genrebezeichnung ist, die Bezeichnung passt perfekt. Auf locker-leichte, humorvolle und kurzweilige Art erzählt Brigitte Teufl-Heimhilcher von Jutta und ihrem Versuch, sich einen großen Traum zu erfüllen. Neben einer heiteren Geschichte, die unterhaltsam ist und mit vielen tollen Charakteren aufwarten kann, geht es auch um Politik und mehr noch um Bücher, Autoren und den Buchhandel in der heutigen Zeit.

Günther ist mit Büchern aufgewachsen, lehrte als Dozent an der Uni und liebt Gespräche mit seinem Freund Lukas, seines Zeichens Literaturkritiker. Viele Bestseller sind für ihn schlichtweg „Konsumfutter für Anspruchlose“ (Pos. 656, Kindle). Am liebsten würde er sie in seinen Läden gar nicht verkaufen, doch seine Kunden verlangen danach, so dass er diese Titel wohl oder übel anbieten muss. Bei Selfpublishern ist für ihn dann aber wirklich Schluss mit lustig: „Warum glaubte neuerdings eigentlich alle Welt, dass jeder, der einen PC bedienen konnte, auch befähigt wäre, einen Roman zu schreiben?“ (Pos. 857, Kindle) Dementsprechend arrogant begegnet er auch Jutta und ihrem Werk.

Doch Jutta lässt sich von seiner Art nicht abschrecken und verfolgt weiter ihre Ziele. Vielleicht kann sie Günther ja doch noch umstimmen. Bianca ist jedenfalls davon überzeugt, dass das gelingen wird. Als Energetikerin begegnet sie fast allem positiv und ist ein herrlich extrovertierter Charakter, den ich einfach direkt ins Herz schließen musste.

Das Buch wird abwechselnd aus Juttas, Biancas und Günthers Perspektive erzählt, so dass wir Leser einen guten Einblick in die Hauptpersonen bekommen. Günthers Abschnitte beginnen häufig mit passenden Zitaten oder Redewendungen und unterstreichen nochmals seine Einstellung zu Jutta und zum Buchwesen an sich. Mir hat dieser Perspektivwechsel gut gefallen und während ich oft einen Erzählstrang bevorzuge, habe ich hier gleichermaßen gern aus allen drei Blickwinkeln gelesen.

Mein Fazit: Brigitte Teufl-Heimhilcher ist wieder einmal ein unterhaltender Roman gelungen, der mir nicht nur einige vergnügliche Lesestunden beschert hat, er bietet auch Denkanstöße, die den gesamten Buchhandel betreffen: den stationären sowie den Internethandel, die Autoren und Verlage und nicht auch zuletzt die Leser. Mir hat diese Kombination richtig gut gefallen.

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