Mittwoch, 5. Februar 2020

Jahre der Veränderung - Band 2 der Hebammen-Saga

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 21.01.2020

Herausgeber: Aufbau Taschenbuch

Buchlänge: 400 Seiten

Genre: Roman/ Die Hebammen-Saga, Band 2

ISBN: 9783746635682







Mehr als zehn Jahre sind seit ihrem Kennenlernen vergangen. Inzwischen gehören die einstigen Hebammen-Schülerinnen Edith, Margot und Luise zu den Berufsprofis und sind fest in der Frauenklinik Neukölln angestellt. 
Wir schreiben das Jahr 1929. Berlin bekommt die ganze Tragweite der Weltwirtschaftskrise zu spüren. 
In Linda Winterbergs Hebammen-Saga kündigen sich „Jahre der Veränderung“ an. 
Der zweite Band der Buch-Reihe ist am 21.01.2020 beim Aufbau Verlag erschienen. 
Luise unterrichtet inzwischen Hebammen-Schülerinnen. Um den tragischen Verlust ihres Freundes zu vergessen, flüchtet sie sich in das schillernde Nachtleben Berlins. Margot hat sich mit einem verheirateten Mann eingelassen und hofft auf eine gemeinsame Zukunft. 
Und Edith leitet neben der Arbeit in der Klinik eine Beratungsstelle für Frauen. Eines Tages bekommt Edith ein verlockendes Angebot, welches ihr Leben verändern könnte. Das würde jedoch bedeuten, dass sie nicht mehr als Hebamme mit Luise und Margot zusammenarbeiten kann. Außerdem ist Edith Jüdin und musste bereits erste Anfeindungen hinnehmen. 

Nachdem mich Band 1 „Aufbruch in ein neues Leben“ begeistern konnte, war ich gespannt, wie die Geschichte der drei Frauen weitergeht. 
Mit ihrem lebendigen, emotional berührenden Schreibstil macht mir Linda Winterberg den Wiedereintritt in ihre Geschichte leicht. Ich freue mich, den drei taffen, inzwischen lebenserfahrenen Frauen, wieder über die Schulter zu blicken.
Schon beim Lesen der ersten Kapitel spüre ich die Veränderung. Es ist beeindruckend, wie die Buchautorin ihre Charaktere reifen lässt. Sie wirken in ihren Handlungen authentisch, sowohl hinsichtlich Ihrer Vorzüge, als auch ihrer Ecken und Kanten. Das gefällt mir sehr. 
Wieder lässt die Buchautorin interessante Hintergrundinformationen einfließen. 
Ich fühle mich in die damalige Zeit versetzt, erlebe einerseits das glanzvolle Nachtleben Berlins, sehe anderseits Armut und steigende Arbeitslosenzahlen, die die Weltwirtschaftskrise einläuten. Viele Großfamilien sind von dem Verlust der Arbeitsplätze betroffen und wissen nicht, wie sie ihre Säuglinge ernähren sollen. Syphilis ist allgegenwärtig. Die Folgen der Krankheit sind erschreckend. 
Um so erstaunter bin ich, dass es damals schon Beratungsstellen für Frauen gab. 
Insgesamt fesselt mich der zweite Band der Hebammen-Saga nicht so wie Band eins. Die Episoden über die dramatischen Geburten ähneln sich. Daher wirkt die Story an einigen Stellen etwas langatmig. 
Mit Spannung blicke ich nur auf Band 3. Vermutlich wird sich die Geschichte der drei Frauen dramatisch weiterentwickeln, denn die Zeit der Machtübernahme Hitlers bahnt sich an und damit dürfte Edith zu den Verfolgten gehören. 

Interessante Lesereise in die Zeit der Weltwirtschaftskrise mit einem Seitenblick in das schillernde Nachleben der ausklingenden „Goldenen Zwanzigern“. 

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