Sonntag, 20. September 2020

Wir Verlorenen

 von Jana Taysen


  • Taschenbuch: 407 Seiten
  • Genre: Dystopie
  • ISBN-13: 978-3948736064
  • Herausgeber: Kirschbuch Verlag; (22. September 2020) 

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Dieses Buch wurde mir kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung!

Smilla führt mit ihrer kleinen Schwester Jera ein tristes Leben in der Eifel. Die Welt, wie wir sie kannten, gibt es seit einer verheerenden Pandemie nicht mehr. Es gibt keine Ordnung oder Gesetze mehr, nun treibt der grausame Clan der Verlorenen Jungs sein Unwesen. Doch in der schrecklichen Welt trifft sie auf einmal auf ihren einstigen Nachbarn Falk. Doch kann sie ihm vertrauen? Welche Rolle spielt er und bringt sie ihre Gruppe durch die Treffen in Gefahr?

Smilla versucht ihr bestes, seitdem vor vier Jahren alles den Bach herunterging. Nur ihre Schwester konnte sie retten und sie sind zum Glück auf eine kleine Gruppe getroffen, bei der sie nun leben.

Doch das Leben ist nicht einfach, Hunger herrscht vor, der Winter steht bevor und es wird immer schwieriger in der neuen Welt zurechtzukommen. Als sie bei einem Unfall verletzt wird, ist der Täter ihr früherer Nachhilfeschüler Falk. Nichts ist mehr übrig von dem jungen, zurückhaltenden und ruhigen Falk, er ist selbstbewusst und stark. Doch wer ist er geworden, kann man ihm vertrauen?

Das Buch startet vier Jahre nach der Plage hier in Deutschland, genauer gesagt in der Eifel. Die Örtlichkeiten in den Wäldern kann man sich super vorstellen, die Autorin muss sich in diesem Gebiet gut auskennen und man streift mit den Protagonisten durch die Ortschaften und die Gebiete rundherum.

Die Einsamkeit der Welt, die Angst beim Herumstreifen und der ständige Hunger sind sehr realistisch dargestellt und die Autorin hat die Welt perfekt in Szene gesetzt. Genau so könnte es alles passieren und der Abgrund, der sich durch die Veränderung der Welt auftut, ist nachvollziehbar beschrieben.

Was geschieht mit den Menschen, die überleben, die Hunger leiden? Wie lange dauert es, bis die Moral sinkt und man einfach nur noch das tut, was einen überleben lässt? Wie viel Gewalt entsteht?

Man erlebt das Zusammenleben der Gruppe von Smilla, wie erfinderisch man wird und wie man sich arrangiert, mit wenig zurechtzukommen. Smilla und ihre Schwester Jera sind ein gut eingespieltes Team, ihre Liebe zueinander ist geschwistertypisch mal liebevoll, mal trotzig. Aber auch die Verlorenen Jungs lernt man besser kennen und erfährt ihren Werdegang, der völlig nachvollziehbar ist.

Als ich zu Beginn noch nicht wusste, dass es wohl mindestens zwei Bücher werden, fand ich es etwas langwierig, doch nun finde ich das Tempo perfekt gewählt und freue mich auf die Fortsetzung. 

Der Schreibstil ist flüssig und das Einzige was mich stört ist, dass die Kapitel sehr lange sind.

Ein guter Start in diese Reihe, ein Weg, der noch nicht zu Ende ist und der einen gespannt zurücklässt. Authentisch und erschreckend, teils auch mal brutal. Unbedingte Leseempfehlung!

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