Sonntag, 13. Dezember 2020

Der Ickabog

Ein Märchen ab 8?

von J.K. Rowling
 

Verlag: der Hörverlag; Ungekürzte Lesung (Nov. 2020)
ISBN: 9783844541878
Leseniveau: ab 8 Jahren
Genre: Kinderbuch/ Hörbuch

 

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) 
Vorab-Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.

 

Dem kleinen Königreich Schlaraffien geht es gut. Die Städte blühen, die Menschen fühlen sich wohl. König Fred, der Furchtlose, ist zwar nicht unbedingt der Klügste und obendrein eitel, aber ist beim Volk beliebt und seine Berater unterstützen ihn. Einzig im Norden, im Marschland, ist nicht alles eitel Sonnenschein. Sowohl Mensch als auch Tier sind nicht so wohlgenährt und glücklich wie in den übrigen Teilen des Reiches. Zudem soll in dem kargen Landstrich der Ickabog leben, ein gefährliches und womöglich menschenfressendes Ungeheuer. Wie gut, dass er ja nur eine Legende ist – oder nicht?

Nach einer Expedition ins Marschland ändert sich allerdings alles. Der Ickabog ist plötzlich allgegenwärtig und längst nicht mehr nur eine Geschichte, mit der man kleinen Kindern Angst einjagt. Immer mehr drängt sie sich ins Leben der Menschen und es dauert nicht lange, bis das einst so blühende Land immer mehr im Elend versinkt. Es herrschen Not und Angst, kräftig geschürt von der rechten Hand des Königs, seinem vermeintlichen Freund Lord Spuckelwert.

Ich war sehr neugierig auf diese neue Kindergeschichte aus der Feder von J.K. Rowling und habe sie als Hörbuch erlebt. Der Anfang ist wahrhaft märchenhaft, doch schnell wird der Inhalt immer düsterer und die Stimmung bedrohlicher. Die märchenhafte Erzählweise wird zwar beibehalten, dennoch kann sie nicht über den Inhalt hinwegtäuschen. Und genau da liegt auch mein Problem. Die Altersempfehlung sagt, dass das Buch für Kinder ab 8 Jahren geeignet ist, doch ich bin da sehr skeptisch.

Ich weiß zwar, dass es einen Malwettbewerb für 7 – 9 Jährige gab, die Bilder zum Ickabog einsenden konnten und einige dieser Werke in der  Printversion des Buches abgedruckt wurden, dennoch: es geschehen viele grausame und schreckliche Dinge und werden dabei ziemlich deutlich beim Namen genannt. Es werden mehrere Menschen umgebracht, unter anderem gibt es auch den klaren Auftrag ein junges Mädchen zu töten. Außerdem wird ständig damit gedroht, dass Familienmitgliedern etwas geschieht, wenn jemand nicht tun oder sagen will, was man ihm aufträgt; auch dass mehrere Kinder ein oder beide Elternteile verlieren, ist in meinen Augen nicht unbedingt die passende Lektüre in dem Alter. Daher würde ich persönlich das Buch frühestens ab 10, 11 Jahren empfehlen.

Natürlich ist mir bewusst, dass viele Märchen gibt, die Kindern erzählt werden und bei genauerer Betrachtung ebenfalls in Teilen grausam sind - sei es die Hexe in Hänsel und Gretel, die in den Ofen gestoßen wird und verbrennt; oder auch das Märchen von Blaubart, dass mir damals tatsächlich Albträume beschert hat. Doch bei diesen Märchen ist die Erzählweise eine andere, weshalb ich persönlich da weniger Probleme mit habe.

Es dauert eine ganze Weile bis sich Hoffnung in das düstere Geschehen einschleicht und sich letztlich mehr oder weniger alles zum Guten wendet, wie man es bei einem Märchen erwartet.

Was mir am Hörbuch allerdings sehr gefallen hat, ist Heike Makatschs Interpretation der Geschichte. Sie liest großartig und verleiht jeder Figur eine eigene Stimme, die man sofort wiedererkennt.

Eine Bewertung der Geschichte fällt mir daher recht schwer: der Story als solcher würde ich 3 – 3,5 Sterne geben, für Heike Makatsch 5 Sterne, aber nur 2 Sterne für die Altersempfehlung. Insgesamt bin ich so bei 3,5 Sternen.

Kommentare:

  1. Schönen guten Morgen!

    Ich hab das Buch auch vor kurzem gelesen und ich fand auch, dass da echt eine Menge Leute sterben ^^
    Was die Altersempfehlung angeht finde ich sie in Ordnung. Kinder ab 8 können das durchaus "verkraften" was hier passiert, weil es meist einfach auch auf eine witzige Art erzählt wird.
    Als Erwachsene empfindet man das oft viel schlimmer, Kinder denken gar nicht so viel darüber nach wie wir und gehen einfach in den Abenteuern auf, die sie in den Geschichten erleben.
    Aber es ist auch einfach sehr unterschiedlich, ich finde es immer schwierig sowas einzuschätzen, weil manche 8jährige noch "Bilderbücher" lesen, andere lesen Harry Potter ... ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Aleshanee, ja, Kinder sind da sehr unterschiedlich. Mein Sohn (7) liebt Harry Potter ebenfalls (zumindest die ersten Teile, alle kennt er nicht), aber den Ickabog würde ich ihn allein nicht hören lassen, da ich nicht sicher bin, wie er die Geschichte auffassen würde (abgesehen davon, dass er ja sogar noch ein wenig jünger ist).

      Wie fandest du die Ideen mit den Kinderbildern im Buch? Mir gefällt, dass sie so unterschiedlich sind.
      Liebe Grüße, Meike

      Löschen
    2. Die Idee mit den Kinderbildern fand ich großartig! Und da sind echt einige Kunstwerke dabei, die Bilder sehen alle so toll aus und unterstreichen die Geschichte nochmal auf ihre eigene Art :)

      Ja, da muss man abwägen und ich denke, die Eltern wissen das schon am besten bei ihren Kindern. Ich finds aber als Richtlinie ab 8 Jahren auf jeden Fall okay.

      Löschen

Bitte beachtet, dass Eure Daten beim Kommentieren für diesen Zweck von Blogger verarbeitet bzw. gespeichert werden müssen.