Sonntag, 20. Juni 2021

Der Flüstern der Bienen

 

Buchdetails: 

Erscheinungsdatum: 01.03.2021

Herausgeber: List Hardcover

Buchlänge: 480 Seiten 

ISBN: 9783471360354

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Ihr Gehirn ist so groß wie ein Stecknadelkopf und trotzdem besitzen Honigbienen eine erstaunliche Lernfähigkeit. 


Sofía Segovia verleiht diesen intelligenten Tieren in ihrem Roman „Das Flüstern der Bienen“ eine magische Kraft. 

Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf im Norden Mexikos. Die alte Amme Reja findet unter einer Brücke ein Baby, das von einem Bienenschwarm umhüllt wird. Der kleine Junge erregt Misstrauen bei den Dorfbewohnern, aber die Familie Morales nimmt den Jungen auf und behandelt ihn liebevoll wie einen eigenen Sohn. Simonopio ist kein gewöhnlicher Junge. Er kann nicht sprechen und wird stets von seinen Bienen begleitet. Er besitzt ein feines Gespür für drohendes Unheil und rettet damit seine Familie das eine oder andere Mal aus einer schwierigen Situation. Aber die Gefahr ist allgegenwärtig, solange der Pächter Anselmo Espiricueta mit seinem grenzenlosen Hass mörderische Gedanken hegt. 


Es dauert eine Weile, bis ich in die Geschichte finde. Das liegt vermutlich an den verschiedenen Erzählperspektiven. Doch mit jeder gelesenen Seite vereinnahmt mich das Geschehen mehr. Es fällt mir schwer, das Buch zwischendurch aus den Händen zu legen. 

Gedanklich bin ich in Mexiko im Jahre 1910. Ich erlebe wie die Spanische Grippe ausbricht und immer mehr Opfer fordert. 

Im Kern ist dieser Roman eine berührende Familiengeschichte. Ich mag die Familie Morales und finde es klasse, wie sie den seltsamen Jungen mit seinen Bienen bei sich aufnehmen. Simonopio muss man einfach mögen. Ich schließe ihn schnell in mein Herz und bin von seinem feinen Instinkt für Menschen, Tiere und die Natur tief beeindruckt. 

Sofía Segovia erzählt zwar eine fiktive Geschiche mit fantastischen Elementen, orientiert sich aber an tatsächlichen historischen Fakten. Sie ist großartige Erzählerin und hat ein Händchen für Figuren, Stimmungen und Emotionen.  Das Gelesene wirkt auf mich lebendig und authentisch. Man erfährt viel über Land und Leute, die Arbeit auf dem Feld und wie es damals zum Anbau von Zitrusfrüchten kam. Außerdem ist die Geschichte eine Hymne an die Honigbiene. Am Ende des Buches könnte man meinen,  „Das Flüstern der Bienen“ zu hören. 

Es ist herausragender und intensiver Roman, der mich trotz der leisen Töne mit voller Wucht mitgerissen hat. 

Intelligent, stimmungsvoll und emotional berührend! Leseempfehlung! 





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