Freitag, 16. Juli 2021

Die Liebesbriefe von Abelard und Lily

 von Laura Creedle

  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv (18. März 2021)
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 352 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423763165
  • Lesealter ‏ : ‎ 14 Jahre und älter
  • Genre : Jugendbuch 

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Dieses Buch wurde mir kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.

Die 16-jährige Lily hat ihre ADHS-Medikamente abgesetzt und so geht einiges zu Bruch. Daraus resultiert das Nachsitzen, bei dem sie auf Abelard, der an Asperger leidet, trifft. Es entsteht eine Freundschaft, die mit SMS beginnt und mit der Zeit mehr wird. Doch wie soll es zwischen den Beiden funktionieren?

Die Idee einer Beziehung mit diesen beiden Krankheiten zu beschreiben fand ich super. Die Autorin leidet selbst an ADHS und Legastenie, wie auch die Protagonistin Lily. Das hat den Vorteil, dass sie Lily so beschreibt, wie sich die Symptomatik tatsächlich zeigt. Die wirren Gedanken, die Vergesslichkeit, das Schusselige, all das, was für Lily zu ihrem Leben gehört. Wer mit ADHS schon zu tun hat, wird es hier als sehr realistisch beschrieben empfinden.

Abelard hat seine Probleme mit Menschenmengen und Berührungen und trotzdem öffnet er sich Lily gegenüber. Sein Wesen wurde etwas weniger zum Thema gemacht.

Das Buch zeigt auf, wie schwer man es hat, wenn man in dieser Gesellschaft anders ist, nicht der Norm entspricht. Schade, wenn selbst die eigene Mutter mit der Situation völlig überfordert ist und statt zu reden, eher mit vorgefertigten Lösungen ankommt. Es ist nicht immer einfach für alle, doch sollte die Botschaft hier eher sein, wie kann man es zusammen schaffen, statt wie hier mit einer OP zu kommen.

Wo mir das Buch zu Beginn noch echt gut gefallen hat, wie beispielsweise bei der Annäherung von Abelard und Lily per SMS, ging das im Buch ein bisschen verloren. Lily macht eine Entwicklung durch, findet ihren Weg, doch war für mich das Ende einfach etwas unglücklich gewählt.

Die Botschaft, dass man auch unperfekt für jemanden perfekt sein kann, war super, aber es zeigt auch, wie schwer es sein kann, von seiner Umwelt als nicht normal wahrgenommen zu werden. Die Krankheit ADHS wird hier so beschrieben, dass sich jeder gut vorstellen kann, wie es sein muss, damit zu leben. Dennoch war die zweite Hälfte für mich nicht mehr so fesselnd und das Ende nicht befriedigend.

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