Sonntag, 5. September 2021

Das weiße Haus

Spannend, aber nicht mein Fall


von Wolfgang Mueller

 
Verlag: btb Verlag (August 2021)
Broschiert: 288 Seiten
ISBN: ‎9783442719501
Genre: Roman

 

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) 
Vorab-Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.


Schon seit über einem Jahr recherchiert Elisabeth über außergewöhnliche Privathäuser im Berliner Umland. Sie spricht mit den Eigentümern und lässt Fotos machen, um die Häuser später in Bild und Text in einem Buch vorzustellen. Ihr Lebensgefährte Anton unterstützt sie dabei, macht sie auf Bauwerke aufmerksam, begleitet sie zu Terminen. Seine neueste Entdeckung ist ein weißes Haus am Berliner Stadtrand. Während der Eigentümer Anton kaum eines Blickes würdigt, so scheint er von Beginn an ein seltsames Interesse an Elisabeth zu haben. Der ersten Begegnung folgen weitere und langsam strebt alles auf einen zunehmend explosiveren Höhepunkt zu.

Wie konnte es zu diesen Entwicklungen kommen? Der Autor Wolfgang Mueller beginnt seinen Roman mit Elisabeth und Anton, die beide in ihrem Leben nicht mehr zufrieden sind. Antons Position als Beamter erfüllt ihn nicht, Elisabeth zweifelt, ob ihr Buchprojekt gelingen wird und ihre Beziehung füllt sie auch nicht mehr aus. Ständig muss Elisabeth Anton aufmuntern. Auch der Besitzer des weißen Hauses, Schönheitschirurg Hanif, sowie seine Frau Leila sind an einem Punkt angelangt, wo das tägliche Miteinander immer öfter in Streitereien ausartet und sie ihre Lebensweisen infrage stellen.

Bereits nach ihrem ersten Besuch schickt Hanif Elisabeth eine fordernde und unmissverständliche Nachricht. Schnell zieht Hanif Elisabeth in seinen Bann, während sich umgekehrt Anton von der naiven Leila angezogen fühlt. Doch natürlich kommt es nicht so einfach zu einem ruhigen Partnertausch, Konflikte sind vorprogrammiert und es kommt letztlich zum großen Knall.

Das Ende des Buches hat mich überrascht und da es stimmig ist, auch gut gefallen. Ansonsten habe ich eher mit dem Buch gehadert. Elisabeth – und eigentlich auch alle anderen – hätte ich gerne regelmäßig geschüttelt und gefragt, was sie sich eigentlich denken. Während Elisabeth sich viel zu schnell und einfach einwickeln lässt, ganz so, als ob sie nicht mehr richtig denken könnte, ist Anton erst zu passiv, lässt sich gehen, Leila definiert sich nur über ihr künstliches Äußeres und Hanifs Ansichten gehen teils gar nicht. Vielleicht hätte mir das Buch gefallen, wenn mir auch nur eine Person sympathisch gewesen wäre, aber ich bin mir nicht sicher.

Insgesamt muss ich daher sagen, dass das Buch zwar zwischendurch durchaus spannend war und Wolfgang Mueller einen angenehmen Schreibstil hat, aber für mich war es dennoch nicht das richtige Buch.

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