Freitag, 14. Januar 2022

Im Namen der Opfer

Buchdetails: 

Erscheinungsdatum: 01.10.2021

Herausgeber: Droemer HC

Buchlänge: 336 Seiten 

ISBN: 9783426278635

Genre: Sachbuch/ True Crime 

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Tatort Kopenhagen 2017! 

Die Journalistin Kim Wall ist zu einem Interview mit dem Erfinder Peter Madsen im Hafen von Kopenhagen verabredet. Er möchte ihr sein selbstgebautes U-Boot vorführen. Seither ist die junge Frau verschwunden. Zehn Tage später werden ihre Körperteile gefunden. 

Der rätselhafte Fall ging weltweit durch die Presse. 

Jens Møller Jensen greift in seinem Buch den U-Boot- Mord noch einmal auf und erklärt, warum sich die Ermittlungen so kompliziert gestalteten. Er erläutert das Vorgehen und die Recherche, die zur Überführung des Täters führte. 

Neben diesem spektakulären Kriminalfall berichtet der Leiter der Kopenhagener Mordkommission über weitere neun knifflige Ermittlungen. 

So lerne ich „Rullemarie“ kennen, die zum Einsatz kommt, als eine Bombe in einem Hotel in der Kopenhagener Innenstadt explodiert. 

„Rullemarie“ ist der Spitzname eines rollenden Roboters, der auf eine Person oder ein Objekt zufahren und Menschen bzw. Gegenstände auf Sprengstoff untersuchen kann.“ (Auszug aus dem Buch) 

Besonders tragisch finde ich die Berichterstattung über den Großvatermörder. 

Zwischendurch gewährt der Autor Einblicke in sein Privatleben. Er erzählt über sich, seine Hobbys, Freunde und Familie. Der Leser erfährt,  wie er Polizist wurde und dort Karriere machte. Aber auch die Schattenseiten des Berufes kommen zur Sprache: 

 „…es tut mir leid, dass meine Arbeit meiner Familie und mir selbst so viel abverlangt hat. Es endete damit, dass ich im Jahr 2000 einen Burn-out erlitt und dass meine Ehe in die Brüche ging.“ (Auszug aus dem Buch) 

Oft geht es in True Crime Büchern um die Täter-Opfer-Analyse, das Wieso, Weshalb, Warum. 

Hier stehen die Ermittlungen im Fokus. Es geht um die Herangehensweise an einen Fall, die Ermittlungsmethoden und die akribische Spurensuche. 

Zunächst finde ich es spannend, in den Arbeitsalltag der Kopenhagener Mordkommission zu schnuppern und dem Chef über die Schulter zu schauen. Aber zunehmend flaut meine Leselust ab.  Ich nehme zwar viele interessante Fakten hinsichtlich der Ermittlungsarbeit der Mordkommission in Dänemark mit, aber mir ist insgesamt der Betrachtungsradius zu eng. Ich hätte mir mehr Hintergrundinformationen zum Motiv, zum Tathergang, zu den Tätern und zu den Opfern.

Insgesamt ist „Im Namen der Opfer“ ein informative und aufschlussreiche Lektüre aus der Rubrik „True Crime“. 

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