Sonntag, 6. März 2022

Flucht

Spannend und interessant

von Mike Landin

 
Verlag: ‎ BoD – Books on Demand (Januar 2022)
Taschenbuch: ‎330 Seiten
ISBN: ‎ 9783755781073
Genre: Roman

 

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) 
Vorab-Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.
 

 

 

Ende der 70er Jahre soll der Journalist Martin einen Bericht über das Gefängnis in Bautzen schreiben. Wenig motiviert fährt er zu dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis, denn ihm ist klar, dass alles, was ihm gezeigt wird, vorher genauestens abgesprochen ist und er nichts über den wirklichen Gefängnisalltag erfahren wird. Dennoch verändert der Besuch dort sein Leben.

Er wird Fluchthelfer, um Jahre später ein Versprechen einlösen zu können.

Nachdem Mike Landin mich mit seinem Debüt „Rote Tränen“ begeistert hat, war ich umso neugieriger auf „Flucht“. Das Genre ist völlig anders, die Geschichte ist aber nicht minder spannend. Detaillierte Beschreibungen und lebendige Charaktere nehmen uns mit in ein Kapitel deutscher Geschichte.

Nach dem Prolog, der im Jahr 2021 spielt, nimmt uns Mike Landin mit ins Jahr 1979 und wir erleben, wie Martins Leben nach dem Bericht über das Gefängnis eine völlig neue Wendung nimmt. Er ist in der DDR aufgewachsen, doch schon als Jugendlicher träumten er und seine damaligen Freunde von der Flucht in den Westen. Martin findet als Fluchthelfer nicht nur eine neue Aufgabe, sondern auch eine neue Liebe. Dennoch verliert er sein Ziel nie aus den Augen und setzt alles daran, sein Versprechen einzulösen. 1989 ist es dann endlich so weit und er wagt gemeinsam mit einigen anderen die titelgebende Flucht.

Ein erneuter Zeitsprung lässt uns Leser für die letzten 100 Seiten wieder ins Jahr 2021 bzw. das Jahr 2006 wechseln, wo alle losen Enden gekonnt zusammengefügt werden.

Da ich in den 80ern und 90ern im Westen Deutschlands aufgewachsen bin, kenne ich das Leben in der DDR, die Angst vor der Stasi und die Hoffnungen und Sehnsüchte der Einwohner nur aus dem Wenigen, das ich in der Schule gelernt bzw. was ich in persönlichen Erzählungen erfahren habe. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass der Autor die Stimmung in der DDR gut eingefangen hat und ein realistisches Bild vom Leben dort gezeichnet hat.

Mein einziger Kritikpunkt, wenn man ihn denn überhaupt so nennen kann: auf Grund des Klappentextes hätte ich erwartet, dass der Großteil der Geschichte in der Gegenwart spielt, dabei war das Verhältnis letztendlich etwa zwei Drittel Vergangenheit, ein Drittel Gegenwart. Ich persönlich bevorzuge Romane, die im Hier und Heute spielen (oder als Fantasyromane gleich in einer völlig anderen Welt). So hat mir auch in diesem Fall das eine Drittel ein wenig mehr gefallen, als die anderen beiden.

Insgesamt kann ich aber nur sagen, dass mich Mike Landin auch mit „Flucht“ restlos überzeugen konnte und ich diesen spannenden und interessanten Roman gerne weiterempfehle.

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