Buchdetails :
Erscheinungsdatum: 03.11.2025
Herausgeber: Knaur HC
Buchlänge: 528 Seiten
Genre: Roman / Die Geheimnisse des Grafischen Viertels
Buchreihe Buch 4 von 4
ISBN: 9783426293980
Habt ihr schon einmal vom Graphischen Viertel in Leipzig gehört? In diesem Stadtteil waren einst über zweitausend Betriebe angesiedelt, die von der Herstellung und Verbreitung von Büchern lebten. Leider wurde dieses Viertel bei einem Luftangriff im Dezember 1943 fast vollständig zerstört.
Kai Meyer erweckt es in seinem vierbändigen Werk noch einmal zum Leben.
„Das Antiquariat am alten Friedhof“ ist der vierte Band der Buchreihe, der – wie bereits die vorherigen Bände – in der traditionsreichen Bücherstadt Leipzig spielt.
Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden, obwohl es Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten gibt.
Wir schreiben das Jahr 1930. Vier junge Männer aus gut situierten Familien – Felix, Vadim, Julius und Eddie – gründen aus Langeweile den „Club Casaubon“. Angetrieben von Abenteuerlust und der Liebe zur Literatur werden sie zu Bücherdieben, spezialisiert auf kostbare, okkulte Bände. Als die rätselhafte Eva in die Gruppe kommt, geraten die Männer immer tiefer in den Sumpf aus Macht und Gier.
Fünfzehn Jahre später, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, arbeitet Felix für die Amerikaner. Er soll Millionen geraubter Bücher katalogisieren. Seine Reise führt ihn in das zerstörte Leipzig. Was ist aus seinen Freunden von damals geworden – und ist Eva wirklich tot?
Wieder gerät Felix in ein Netz aus Intrigen und tödlichen Geheimnissen, die ihn mit seiner Vergangenheit konfrontieren.
Der Roman entfaltet sich auf zwei Zeitebenen, die in wechselnden Kapiteln erzählt werden: der wilden, dekadenten Vorkriegszeit und der zerstörten Nachkriegswelt.
Kai Meyer beherrscht die Kunst des Schreibens meisterlich. Seine Geschichte ist atmosphärisch dicht erzählt und exzellent recherchiert. Der Autor hat ein feines Gespür für Details. Geschickt verbindet er historische Fakten mit seiner fiktiven Handlung. Die geheimnisvolle Buchatmosphäre bringt Spannung ins Geschehen. Seite für Seite entwickelt sich der Roman zu einem verzwickten historischen Krimi, der in einem fulminanten Finale endet.
Mit den Charakterdarstellungen habe ich allerdings etwas gehadert. Zwischen mir und den Figuren entstand eine gewisse Distanz, die es mir erschwerte, ihnen wirklich nahezukommen.
„Das Antiquariat am alten Friedhof“ ist eine stimmungsvolle Hommage an die Macht der Bücher und an eine untergegangene Welt.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen