… dieses Motto begleitet Inge auch kurz vor ihrem 100. Geburtstag noch immer. Inzwischen ist sie mit ihrer Urenkelin Swantje in New York angekommen. Doch die Stadt hat sich verändert – sie ist schneller, lauter und moderner geworden als zu der Zeit, als Inge hier einst ihr Glück suchte. Von ihren früheren Freunden lebt niemand mehr. „Das Karussell des Lebens hatten sich längst ein paar Runden weitergedreht, nur sie war übrig geblieben.“ (S. 270) Aber Inge lässt sich davon nicht entmutigen. Sie verfolgt ein klares Ziel: Swantje soll zumindest darüber nachdenken, sich hier ein eigenes Leben aufzubauen – so wie sie selbst es einst getan hat.
Janne Mommsen schildert eindrucksvoll, wie Inges Leben nach dem Tod ihres Mannes Hauke weiterging. Trotz schwerer geschäftlicher und privater Rückschläge, die sie beinahe zerbrochen hätten, fand sie neuen Mut und begann noch einmal von vorn. Zudem wird ein lange gehütetes Familiengeheimnis gelüftet. Mit der Unterstützung treuer Freunde und einem neuen Partners an ihrer Seite geht Inge unbeirrt ihren Weg weiter. Ruhe scheint ihr fremd zu sein – selbst mit 100 zieht sie eine Reise nach New York einer Geburtstagsfeier im Kreis der Familie vor.
Wie schon im ersten Band „Das Licht in den Wellen“ hat mich Inges bewegtes Leben und ihr unerschütterliches Durchhaltevermögen tief beeindruckt. Zwar zweifelt sie immer wieder an sich selbst, doch sie hält an ihren Visionen fest und setzt sie entschlossen um. Inge ist eine Macherin, die sich von Ängsten nicht aufhalten lässt. Wenn nötig, greift sie zu kleinen Tricks oder nimmt Umwege in Kauf – ihr Netzwerk ist groß, ihr Wille noch größer. Sie ist eine Kämpferin für sich selbst, für ihre Familie und für ihre Freunde.
Ein berührender Roman über Mut, Neuanfänge und die Kraft, niemals aufzugeben.

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