von Anika Decker
Das Hörbuch war unterhaltsam und kurzweilig, dennoch hatte es seine Längen. Man hat die verschiedensten Themen ins Hörbuch eingebaut, was manches Mal einfach zu viel war.
Nina muss sich nach der Scheidung erst selbst wiederfinden und lebt in einer kleinen Wohnung in Kreuzberg. Dennoch mag sie ihr Leben. Man erlebt, was Männer sich erlauben können, wie groß die Macht sein kann. Von Diskriminierung bis hin zur sexuellen Belästigung im Filmgeschäft ist alles dabei. Nina versucht mit ihrer Freundin Zeynep alles dafür, um für Gerechtigkeit zu sorgen.
Auch ihre Familie spielt eine große Rolle, die Mutter Karin, die im Krankenhaus landet und um die es zeitweise nicht gut steht. Momente, in denen man über die Endlichkeit nachdenkt und sich über die eigenen Gefühle für die eigene Familie klar werden muss. Die jüngere Schwester Lena, die so ganz anders ist und ihre eigenen Kinder. Vorwürfe aus den eigenen Reihen sind deutlich schwerer zu ertragen, besonders wenn hier unterschieden wird zwischen Mann und Frau. Keiner aus der eigenen Familie hat es als notwendig erachtet, nachzufragen, warum Ninas Ex-Mann sich eine deutlich jüngere Frau nehmen kann, aber es bei Nina nicht erwünscht ist. Und natürlich die Beziehung zu David, der deutlich jünger ist.
Das Zwischenmenschliche ging tief, es gab aber auch witzige Szenen und Unterhaltungen und der nötigen Portion Selbstironie. Es wird von Katja Riemann und Anna Maria Mühe eingelesen, die die verschiedenen Charaktere perfekt verkörpern.
Ich fand es zu viel Themen, die hier behandelt wurden und so hat mich das Hörbuch ab und zu etwas verloren. Generell war es aber eine schöne Mischung aus unterhaltsamen Momenten, mit der nötigen Tiefe.

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