Dienstag, 31. März 2026

Ein romantischer Tod

 




ISBN : 9783426560150
Taschenbuch : 320 Seiten
Verlag : Droemer
Erscheinungsdatum : 01.04.2026
Genre : Krimi

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)

  

 

 

 

Tod auf dem Küstenpfad

 

Todesursache: dumm gelaufen?“ (S. 57) – Commissario Vito Grassi glaubt nicht daran, dass der Mann, der tot auf einer Weinterrasse am Küstenpfades nahe Riomaggiore aufgefunden wird, durch einen zufälligen Steinschlag ums Leben kam. Die Mauern dort halten schließlich seit Jahrhunderten. Wie wahrscheinlich ist es also, dass sie ausgerechnet in dem Moment einstürzen, als jemand darunter rastet? Noch seltsamer wird es, als Grassi selbst beim Bergen der Leiche von herabfallenden Steine verletzt wird, nachdem er kurz zuvor noch einen Schatten gesehen haben will. Auch Dottore Andrea Penza zweifelt an der Unfalltheorie: Das Gesicht des Toten ist zwar zertrümmert, doch seine Brille ist unbeschädigt – ein Detail, das nicht ins Bild passt.

Die Ermittlungen verlaufen zunächst im Sande. Weder Grassi noch seine Kollegin, Ispettore Marta Ricci, können den Toten identifizieren, und auch bei den Verdächtigen und ihren möglichen Motiven geraten sie immer wieder in Sackgassen. Erst als beim Coppa Byron (einem legendären Schwimmwettkampf) ein Anschlag auf einen ihrer Verdächtigen verübt wird, kommt endlich Bewegung in den Fall und sie gelangen auf die richtige Spur.

 

Wie schon in den vorigen Bänden lebt die Krimireihe lebt weniger von rasanter Action als von zwischenmenschlichen Konflikten. Auch in seinem 3. Fall hat es Grassi nicht leicht. Wegen seiner Verletzungen muss er mehrere Tage im Krankenhaus bleiben, leidet unter starke Kopfschmerzen und wird durch einen lädierten Fuß zusätzlich in seiner Arbeit behindert. Das macht ihn noch grummeliger als gewöhnlich.

 

Privat gerät sein Leben ebenfalls aus den Fugen. Seine Tochter Lucy verbringt die Semesterferien bei ihm, weil es offenbar Probleme mit ihrem Freund hat, darüber sprechen will sie allerdings nicht. Seine Mitbewohnerin Toni gesteht ihm ihre Gefühle, und auch Grassi empfindet längst mehr als Freundschaft für sie. Doch er ist noch mit Chiara verheiratet, die inzwischen die Scheidung eingereicht hat.

Auch Ispettore Ricci kämpft mit eigenen Schwierigkeiten. Sie wird in die Bestechungsaffäre der suspendierten Questore verwickelt.  

 

Der Kriminalfall selbst überzeugt weniger durch Tempo als durch Grassis Fähigkeit, im entscheidenden Moment die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Besonders begeistert hat mich erneut die eindrucksvoll geschilderte Landschaft Liguriens. Die schmalen, abenteuerliche Wanderwege auf den rauen Klippen hoch über dem Meer sind so lebendig beschrieben, dass man kann das Salz in der Luft beinahe riechen kann – genau wie die landestypischen Gerichte, die im Laufe der Handlung gekocht und genossen werden.

 

Da bekommt man direkt Lust auf einen Urlaub in Ligurien, allerdings am liebsten ohne Mordfall. 

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