ISBN : 9783985853632
Taschenbuch : 320 Seiten
Verlag : adrian & wimmelbuchverlag
Erscheinungsdatum : 27.03.2026
Genre : Roman
Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
Zusammen ist man weniger allein
„… eine Geige von seltener Schönheit und einer außergewöhnlichen, berauschenden Macht. Gebaut aus Vogelgesang und Versprechen und geschnitzt aus Holz und Knochen, weckt sie seit über zweihundert Jahren Verlangen in den Herzen von Musikern.“ (S. 5)
Devlin arbeitet im Flughafen Heathrow in der Gepäckabfertigung. Im dortigen Fundbüro erwirbt er eine alte Geige. Als er kurz darauf erfährt, dass bei Christie‘s eine unbezahlbare Violine gestohlen wurde, befürchtet er, dass es sich bei seinem Fund um eben dieses Instrument handeln könnte. Doch bevor er sie zurückgibt, will er Gewissheit, denn sie ist ihm bereits ans Herz gewachsen.
Er bittet seinen ehemaligen Lehrer Walter um Hilfe, der ihn stets gefördert hat. Walter zieht Gabrielle dazu, eine auf Geigen spezialisierte Instrumentengutachterin. Auch sie sieht sofort, dass es sich um ein außergewöhnliches Instrument handelt, kann es jedoch keinem bekannten Geigenbauer zuordnen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach seiner Herkunft und stoßen dabei auf eine ganz besondere, magische Liebesgeschichte.
Mich fasziniert, wie Evie Woods in ihren Bücher spannende historische Erzählungen mit einem Hauch Magie verwebt.
Aus einer großen Liebe geboren, bringt die Violine über mehr als 200 Jahren hinweg immer wieder Liebende zusammen, veränderte Schicksale zum Guten oder wird zur Bestimmung ihrer Besitzer. Das spüren auch Devlin, Walter und Gabrielle, sobald sie das Instrument in die Hand nehmen. Plötzlich erscheinen ihre Sorgen kleiner oder weiter entfernt, alte Verletzungen und Narben verblassen, und ihre Seelen – manchmal sogar ihre Körper – beginnen zu heilen. Denn obwohl sie nach außen hin unauffällig erscheinen, tragen alle drei tiefe Wunden in sich und kämpfen mit einer Einsamkeit, die sie zum Teil selbst gewählt haben. Auf ihrer gemeinsamen Suche wachsen sie zusammen, lernen sich selbst besser kennen und finden schließlich den Mut, sich zu öffnen. Zum ersten Mal sprechen sie über das, was ihnen widerfahren ist, über das, was ihnen einst Lebensfreude und Zuversicht genommen hat. Die heilende Kraft der Musik lässt ihre Schutzmauern nach und nach zerbrechen. „Es gibt eine Macht, die über einfache Musik hinaus reicht. Diese Geige ist der Schlüssel dazu. Sie schließt etwas im Inneren auf.“ (S. 343)
Wie eine leise Geigenmelodie durchzieht ein Hauch von Magie das gesamte Buch. Die Protagonisten verbindet eine Reihe bewegender Schicksale; ihre Geschichten sind poetisch, oft traurig-schön und regen zum Nachdenken an. Ab einem bestimmten Punkt möchte man nicht, dass die Reise der Geige endet – und weiß doch, dass genau das geschehen muss, damit sich ihr Schicksal erfüllen kann.
Und vielleicht ist es genau das, was dieses Buch so besonders macht: die leise Erinnerung daran, dass selbst die größten Wunden heilen können, wenn wir den Mut finden, uns berühren zu lassen – von der Musik, vom Leben und voneinander. Denn am Ende ist man zusammen tatsächlich weniger allein.

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