ISBN : 9783463000466
Taschenbuch : 288 Seiten
Verlag : ROWOHLT Kindler
Erscheinungsdatum : 19.06.2026
Genre : Krimi
Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
„Innerhalb von zwei Tagen war er von einem britischen Geheimdienst, der britischen Königin selbst und von Brad Pitt attackiert wurden. … Womöglich sollte er eine Gefahrenzulage beantragen.“ (S. 137)
So hatte sich Armin Laschet seinen Job als Bundespräsident sicher nicht vorgestellt. Statt auf Bällen mit Meryl Streep zu tanzen, wird bereits an seinem ersten Amtstag ein Attentat auf ihn verübt. Dabei erfährt er, dass sowohl Schloss Bellevue als auch sein Amt lediglich als Tarnung für den geheimsten Geheimdienst der Welt dienen. Selbst seine Staatsreisen haben in Wahrheit nur einen Zweck: die Agentinnen und Agenten unauffällig zu ihren Einsatzorten zu bringen.
Seine derzeitige Begleiterin ist jung, dynamisch und offiziell seine Social-Media-Beauftragte. Wenn sie nicht gerade die Welt rettet, denkt sie sich neue Challenges aus, die Armin und sein Konkurrent Söder absolvieren müssen, um Armins Reichweite zu steigern. Dabei sehnt sich Armin vor allem nach seiner Familie, die in Aachen geblieben ist. Wenigstens leistet ihm seine neue Freundin Mausi, eine kleine Hausmaus, Gesellschaft beim nächtlichen Käseplattensnack – Blauschimmel ist der Favorit von beiden. Sie lauscht geduldig seinen Selbstgesprächen und scheint grundsätzlich seiner Meinung zu sein.
Der Geheimdienst ist mit seinem neuen Schützling allerdings weniger zufrieden. Armin tritt in jedes Fettnäpfchen, liest die vorbereiteten Einsatzunterlagen nie, sondern bezieht sein Wissen lieber aus der Gala und von ChatGPT. Außerdem löst er die ihm gestellten Aufgaben lieber nach alter Schule – und manchmal bringt einen ein gutes Gespräch tatsächlich weiter.
Nach Miss Merkel nimmt David Safier nun den nächsten Politiker aufs Korn. Ich muss zugeben, dass ich sehr gespannt auf das Buch war, am Ende aber leider etwas enttäuscht wurde. Die Figuren sind durchweg liebenswert, doch die Balance zwischen Armins alltäglichen „Normalo-Problemen“ und den überdrehten James-Bond-Actionsequenzen hat für mich nicht ganz funktioniert.
Der Hintergrund ist zwar brisant und erstaunlich aktuell, entwickelt sich im Verlauf der Geschichte jedoch immer weiter ins Unrealistische und Abgedrehte. Auch der Showdown war mir letztlich eine Spur zu überzogen.
Die Miss Merkel-Reihe hat nicht ohne Grund ihren Weg auf den Bildschirm gefunden. 00-Laschet dagegen sehe ich eher als Comic – mit überzeichneten Figuren, irrwitziger Action und lautmalerischen „Bäm! Klirr! Zack! Uff! Ächz!“ auf jeder zweiten Seite.

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