Freitag, 14. August 2026

Herbstlichtzauber

 




ISBN : 9783499020438
Taschenbuch : 352 Seiten
Verlag : ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum : 14.08.2026
Genre : Liebe

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) 

 

 

Herbst ja, Zauber nein

 

Als Phèdre unverhofft Little Balmoral, das Herrenhaus ihrer Tante Renata in Cornehotte, Frankreich, erbt, steht ihr Plan sofort fest: „Ich erbe, verkaufe und kehre dann wieder nach Hause zurück!“ (S. 13) Dumm nur, dass Renata das Erbe an einige Bedingungen geknüpft hat. Phèdre darf das Haus aus dem 19. Jh. erst verkaufen, wenn es vollständig saniert ist. Das nötige Geld hat Renata ihr zum Glück auch hinterlassen – ebenso wie eine Liste mit Handwerkern, die sie für die einzelnen Gewerke vorgesehen hat.

Phèdre verbindet mit Cornehotte keine schönen Erinnerungen. Vor 9 Jahren zerstritt sich ihre Mutter mit Renata und wanderte so überstürzt nach Kanada aus, dass Phèdre sich nicht einmal von ihrer ersten Liebe Adam verabschieden konnte. Den Brief, den sie ihm damals über Renata zukommen ließ, hat er nie beantwortet.

Jetzt findet sie plötzlich überall im Haus Schnipsel des Briefes. Und dann steht auch noch Adam vor ihrer Tür. Renata hatte ihn eingeladen, weil er als Journalist über Spukhäuser berichtet. Beide glauben eigentlich nicht an Geister, doch dass die Briefschnipsel ausgerechnet an den unwahrscheinlichsten Orten auftauchen, ist schon ziemlich unheimlich.

 

Cornehotte hat einen altmodischen Charme, der jede und jeden in seinen Bann zieht.“ (S. 38)

„Herbstlichtzauber“ eignet sich auf jeden Fall perfekt, um in Herbststimmung zu kommen. Little Balmoral ist alt, verwunschen und ziemlich heruntergekommen. Man fröstelt schon beim Lesen, wenn der Wind um die betagten Mauern streicht und irgendwo auf dem Dachboden ein Fenster oder eine Tür klappert. In Phèdres Garten wachsen so viele Kürbisse, dass sie damit nicht nur ganz Cornehotte versorgen, sondern sogar noch den örtlichen Halloweenball ausstatten kann. Und Babeth, die beste Freundin ihrer verstorbenen Tante, betreibt den Laden „Die Hexenmeisterin“. Das Setting passt also schon einmal perfekt.

 

Mit Phèdre und Adam hatte ich dagegen so meine Probleme. Beide erkennen sich sofort wieder und gestehen sich insgeheim ein, dass sie noch immer ineinander verliebt sind – verbergen das voreinander allerdings ziemlich unbeholfen. Gleichzeitig liefern sie sich einen regelrechten Wettkampf um die Briefschnipsel, weil Phèdre auf keinen Fall möchte, dass Adam erfährt, was sie ihm damals geschrieben hat.

Gerade dieser Teil war für mich allerdings nicht ganz nachvollziehbar. Immerhin liegt der Brief fast zehn Jahre zurück. Wenn die beiden tatsächlich nichts mehr füreinander empfinden würden, müsste es Phèdre eigentlich egal sein, ob Adam ihn nun liest oder nicht. Dadurch wirkte der Konflikt auf mich etwas konstruiert. Dazu kamen einige recht durchschaubare Geheimnisse und angeblich kanadische Sprichwörter, die für mich eher künstlich als authentisch klangen.

 

Unterm Strich bietet „Herbstlichtzauber“ ein wunderschön herbstliches Setting mit altem Herrenhaus, Kürbissen, Halloween und einer Prise Spuk. Die Atmosphäre hat mir gut gefallen, die Liebesgeschichte konnte mich dagegen leider nicht vollständig überzeugen. Für mich also Herbst ja – Zauber eher nein.

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