von Stefan Aust
Wenige Ereignisse haben die Welt so sehr erschüttert wie die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001. Die Türme wurden von Flugzeugen getroffen und stürzten ein. Eine dritte Maschine flog ins Pentagon, eine vierte Maschine stürzte bei Shanksville ab. Fast 3000 Menschenleben, die ausgelöscht wurden.
Es gibt wohl niemanden, der ein gewisses Alter hat und nicht weiß, was er am 11. September 2001 gemacht hat, als die Bilder der Türme auf den Bildschirmen liefen. Ich habe schon vor längerer Zeit zwei Bücher über die Ereignisse gelesen und jedes Mal trifft es mich immer wieder.
Die besten Reporter:innen des SPIEGEL haben die Ereignisse, die Vorgeschichte, die Schicksale der Täter und Opfer rekonstruiert. Die erste Hälfte hat mich wieder kalt erwischt und es war nicht einfach, alles nochmal zu lesen. Oft musste ich das Buch zur Seite legen, durchatmen und die Emotionen abflachen lassen.
Wie viel Schicksale dort passiert sind, ob im positiven oder negativen? Wie eine Entscheidung dein ganzes Leben und das deiner Familie beeinflussen kann? Das Buch macht sprachlos, es treibt einem die Tränen in die Augen, lässt einen den Kopf schütteln und man fühlt sich machtlos, so wie sich viele der Menschen damals gefühlt haben müssen.
In der Mitte befinden sich ein paar Bilder, aber auch nochmals Bilder der Türme mit wichtigen Eckdaten, wo die Flugzeuge eingeschlagen sind, wo verschiedene Personen, die auch im Buch eine Rolle spielen, zu bestimmten Zeiten waren. Aber auch eine Auflistung der verschiedenen Flüge mit den dazugehörigen Piloten und Kämpfern.
Es wird aber auch erklärt, wie sich das
Terroristennetz in Hamburg-Harburg und später in Amerika zusammengefunden hat. Wie
alles mit Osama Bin Laden in Verbindung steht. Man erfährt Hintergründe der
Piloten, was für Menschen sie waren und manchmal fragt man sich, was in deren
Leben passiert ist, dass man sich in ein Flugzeug setzt und in Kauf nimmt, dass
Tausende von Menschen sterben und man selbst gleich mit.
Im letzten Abschnitt haben die Reporter mit verschiedenen Opfern, aber auch
Familienangehörigen der Täter Gespräche geführt. Manche waren froh, überlebt zu
haben, manche konnten oder wollten nicht darüber reden, manche haben neu
angefangen und manche sind auf der Strecke geblieben. Was fast alle gemeinsam
haben sind psychische Probleme, was man verstehen kann.
Bei den Angehörigen der Attentäter war
teils Unverständnis über die Taten vorhanden, was man als Eltern falsch gemacht
haben muss, dass der eigene Sohn so etwas tut. Oder Verleumdung, dass nicht
bewiesen ist, dass das eigene Kind tatsächlich der Pilot war.
Die Schicksale waren bewegend und man ist auch nach 25 Jahren noch geschockt,
was damals geschehen ist. Es ist ein Ereignis, dass ich nie vergessen werde.
Im Anhang findet man die Chronologie des Attentats, einen Zeitplan, Auszüge des Terroristen-Handbuchs, Attas Testament und vieles mehr bis hin zum Bin-Laden-Tape.
Auch 25 Jahre später ein bewegendes Buch, minutiös recherchiert und rekonstruiert. Die Wucht der Attentate schlägt auch heute noch mit voller Wucht zu. Unbedingte Leseempfehlung, wenn man sich mit den damaligen Vorfällen beschäftigen möchte.

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