Mittwoch, 14. Oktober 2026

Happy Bavaria - Obgmurkst

 




ISBN : 9783839281505
Taschenbuch : 368 Seiten
Verlag : Gmeiner-Verlag
Erscheinungsdatum : 09.09.2026
Genre : Krimi 

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)

  

 



Mord statt Maßkrug – ein bayerischer Krimi mit Ecken und Kanten

 

„Die Frau ist bei der Kripo, der Mann ein Schnüffler.“ (S. 287)

Ein gemütlicher Abend im neuen Sisi-Bräu, gutes Essen und ein frisch gezapftes Bier – was soll da schon schiefgehen? Eine ganze Menge, wie Sophie und Muck Halbritter feststellen müssen. Denn als die bekannte TV-Moderatorin Caro Vogel und ihr Mann Olaf beim Essen zusammenbrechen, ist Caro sofort tot und Olaf schwebt in Lebensgefahr. Beide wurden vergiftet! Schnell geraten die Senioren, die das Sisi-Bräu gemeinsam mit Sophies Vater Fidl betreiben, unter Verdacht. Doch was haben die Mitglieder der „Gemeinsam Dabeiseier“ zu verbergen? Und warum versucht plötzlich jemand, sie zu erpressen? Während Sophie offiziell ermittelt, geht Muck auf eigene Faust auf Spurensuche. Er ahnt, dass im Keller der Senioren mehr gebraut wird als nur Bier. Und mit seinen Nachforschungen bringt er nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie in Gefahr. Als dann auch noch jemand versucht, die Dabeiseier zu erpressen, stellt sich die Frage „Was gibt´s im Gasthof zu holen, außer gutem Essen und Bier vielleicht?“ (S. 274)

 

Muck ist Schreiner, kennt Gott und die Welt im Dorf – und wird seinerseits von allen gekannt. Bei seiner Arbeit erfährt er so manches Geheimnis, was ihm bei seinen privaten Ermittlungen zugutekommt. Sophie dagegen ist Halbfranzösin und lebt seit fast 20 Jahren in Possenhofen. Trotzdem gilt sie für manche noch immer als „Ausländerin“, der man nicht wirklich vertraut und der man lieber nur das Nötigste erzählt. Keine besonders gute Voraussetzung für ihre Arbeit bei der Kripo!

 

„Happy Bavaria – Obgemurkst“ ist der Auftakt einer neuen Regionalkrimireihe von Stephanie Schuster, die mit viel bayerischem Flair, reichlich Mundart und einer ordentlichen Portion schrägem Humor punktet. Ohne das Glossar am Ende des Buches wäre ich sprachlich allerdings ziemlich aufgeschmissen gewesen. Da musste ich doch das eine oder andere Mal nachschlagen.

Die Handlung wird abwechselnd aus Sophies und Mucks Perspektive erzählt. Dazu kommen Rückblenden und häufige Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungsorten und Beteiligten. Das hat es mir nicht immer leichtgemacht, den Überblick zu behalten. Gerade wenn ich mich in eine Szene eingelesen hatte, wurde ich schon wieder an einen anderen Ort oder zu einer anderen Person katapultiert. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Ruhe im Erzählfluss gewünscht.

Die Figuren haben mir dagegen gut gefallen. Sophie und Muck sind sympathisch, und die Senioren der „Gemeinsam Dabeiseier“ bringen mit ihren eigenwilligen Charakteren ordentlich Leben in die Geschichte. Besonders Muck hat bei mir gepunktet: Neben seiner Arbeit schmeißt er den Haushalt und kümmert sich um die Kinder, um Sophie zu entlasten. Ein Mann, der nicht nur gut mit Werkzeug umgehen kann, sondern auch im Familienalltag mit anpackt – das gefällt mir!

Sophie hat sich übrigens extra von der Drogenfahndung in München zur Kripo in die Heimat versetzen lassen, weil sie es etwas ruhiger angehen wollte. Tja, daraus wird wohl nichts. Statt beschaulicher Dorfidylle warten Mord und Erpressung auf sie. So viel zum Thema gemütlicher Neuanfang!

Das Hofleben wird anschaulich und glaubwürdig beschrieben, und auch das bayerische Dorfmilieu mit seinen Eigenheiten, kleinen Geheimnissen und zwischenmenschlichen Verwicklungen konnte mich überzeugen. Zwischen Biergartenatmosphäre, kauzigen Senioren und kriminalistischen Verwicklungen ist einiges geboten.

 

Mein Fazit: Ein bayerischer Dorfkrimi mit sympathischen Figuren, kauzigen Senioren und jeder Menge Lokalkolorit. Die häufigen Perspektiv- und Ortswechsel haben meinen Lesefluss zwar gebremst, trotzdem hat mich die Mischung gut unterhalten. Ob ich beim nächsten Mal schon etwas mehr Bairisch verstehe? Schaun mer mal!

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