Als Kluftinger bei einem Familienausflug im Eistobel eine tote Influencerin entdeckt, stürzt er nicht nur bei deren Bergung ins Wasser, sondern auch in einen neuen Fall. Kurz sieht es so aus, als hätte die Tote die berühmte Szene einer Netflix-Serie nachgestellt und wäre dabei verunglückt. Doch schnell wird klar, es war Mord. An Verdächtigen mangelt es nicht, die Tote hat sich im Netz und im echten Leben jede Menge Feinde gemacht. Zusätzlich sorgt Kluftis Kollege Richie für reichlich Unmut im Team. Vom neuen Polizeipräsidenten zum Social-Media-Beauftragten der Kripo ernannt, filmt er ungefragt alles und jeden, um möglichst viel Content zu produzieren ...
Auch privat bleibt Klufti wenig erspart: Im Gemeinderat muss er sich mit seinem Intimfeind Langhammer herumschlagen. Sein Vater weiht ihn in etwas ein, was er lieber nie erfahren hätte. Außerdem ist die Schwester seiner japanischen Schwiegertochter zu Besuch und postet unzählige Fotos seiner Enkelin auf Instagram!
Hasi: Na Patno, wie fandest Du Deinen ersten Klufinger und hast Du Dich zurecht gefunden, obwohl Du noch keinen der Vorgänger gelesen hast?
Patno: Obwohl ich vorher etwas skeptisch war, so spät in die Reihe einzusteigen, habe ich mich erstaunlich schnell zurechtgefunden. Es fühlte sich an, wie eine Einladung zum Kaffeeklatsch. Die Figuren sind mir schnell vertraut. Herrliche schräge Familienkonstellation! Und dieser Kluftinger ist so herrlich altbacken und irgendwie putzig. Ich habe mich stellenweise köstlich amüsiert und überlege, ob ich die Halloween-Szene nachstellen sollte. Am Samstag klingeln die Kids hier wieder in Scharen.
Hasi: Also wenn Du das machst, dann filme das bitte 😂.
Klufti ist wirklich unbeholfen, wobei er im Gegensatz zu früher technisch schon echt aufgerüstet hat. Wenn ich da an die erste WhatsApp-Gruppe auf dem Kommissariat denke. Ich fand es auch witzig, dass er einigen verdächtigen Influencern längst folgt, um sich Tipps zum Wandern und Einkaufen zu holen, ohne auf die Idee zu kommen, dass die dafür bezahlt werden. Er ist zu gutgläubig. Allerdings hilft ihm das in einigen Situationen ja auch weiter. Niemand außer ihm wäre wahrscheinlich auf die Idee gekommen, eine Telefonnummer von Facebook zu googeln und dort anzurufen.
Wie fandest Du Miyako? Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob sie sehr überzeichnet wird oder sich als Japanerin in Deutschland wirklich so verhalten würde.
Patno: Die Japaner können schon speziell sein. Klar war es ein bissl überspitzt, aber das hat mich nicht gestört. Ich habe mich übrigens gekringelt vor Lachen, wie Klufti mit dem Vater seiner Schwiegertochter kommuniziert hat. Doch hinter all der Komik gibt es auch ernste Töne und jede Menge Gesellschaftskritik. Das hat mir gut gefallen. Ach und das Allgäu so hautnah zu erleben fand ich toll. Ich glaube, diese Gegend würde ich mir gerne einmal anschauen, natürlich ohne KI- Reiseführer.
Hasi: Es gibt verschiedene Kluftinger-Führungen im Allgäu, einige sogar mit Kässpatzenessen und ohne KI - wie wärs? Ich mag auch, wie viel man in den Büchern von Klufis Heimat erfährt und dass die Fälle immer ernste, gegenwartsbezogene Themen aufgreifen und auf die Probleme älterer Generationen mit moderner Technik eingehen. Da fühle ich mich manchmal stark an meine Eltern erinnert.
Außerdem bin ich ganz froh, dass wir nur über Bücher bloggen. Ich glaube, bei uns ist der Wettkampf nicht ganz so groß und die Ellenbogen nicht so hart, wie bei den Allgäu-Influencern.
Patno: Na ja Hasi, bei uns ist auch Hobby, nicht unser Brotjob und auf keinen Fall ein Wettlauf. Wenn ich manchmal auf TikTok diese Influencer sehe, die sich gegenseitig an den Pranger stellen ist das schon wie Fremdschämen. Aber lass uns nochmal zum eigentlichen Kriminalfall kommen. Wie fandest du die Auflösung? War nicht ganz einfach, dem Täter auf die Spur zu kommen.
Hasi: Ich gebe zu, dass ich den Täter zwischendurch ganz kurz in Verdacht hatte, aber aus einem ganz anderen Grund. Und dann gab es auf einmal so viele Verdächtige und Motive, dass es mich auch nicht gewundert hätte, wenn mehr als einer drin verwickelt gewesen wäre. Hattest Du den richtigen im Visier? Und willst Du jetzt auch noch die anderen 13 Teile der Reihe lesen?
Patno: Ich war hinsichtlich des Täters sehr unentschlossen bei den vielen Verdächtigen. Also dreizehn Teile aufzuholen, ist schon eine Hausnummer. Das werde ich nicht so schnell schaffen, zumal mein SuB jetzt schon riesig ist. Ich werde mir mal den ersten Teil besorgen und mich danach Stück für Stück vorarbeiten.
Fazit: Zwischen Influencer-Wahnsinn, schrägen Familiengeschichten und einem kniffligen Mordfall zeigt Klufti einmal mehr, dass hinter aller Komik auch Gesellschaftskritik steckt. Wir haben gelacht, mitgerätselt und nebenbei das Allgäu von seiner mörderischen Seite kennengelernt. Ob man dafür gleich alle Vorgänger lesen muss? Patno ist jedenfalls angefixt – und Klufti hat einen neuen Fan!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen