Donnerstag, 24. Mai 2018

Der restliche Sommer


Buchdetails:

Erscheinungsdatum Erstausgabe: 14.03.2018

Aktuelle Ausgabe: 18.03.2018

Verlag: Hoffmann & Campe

ISBN: 9783455404944

Fester Einband: 240 Seiten

Genre: Roman







Was ist mir hier für ein ungewöhnlicher Roman vom Verlag Hoffmann & Campe in die Hände gefallen?
Schon das Cover lädt zum Grübeln ein. Es ist interessant, dieses Buch zu drehen. Geht es um die Sonnen- und Schattenseiten des Lebens? Vergangenheit und Zukunft? alles im Wandel? Meine Neugier ist geweckt! 

Der Roman stammt aus der Feder des in München geborenen Journalisten Max Scharnigg und erzählt davon, wie Paul, Sara, Tin und Sonja den restlichen Sommer verbringen, bzw. wie sich ihr Leben ändert. 
Tin überlebt einen Anschlag und erwacht im Krankenhaus. Er liebt Sara seit Schulzeiten. Aber ihre beider Gefühlswelten tendieren in unterschiedliche Richtungen. 
Sara ist eine Lebenskünstlerin, immer auf der Suche nach dem perfekten Partner. Den hofft sie jetzt in Paul gefunden zu haben. Mit ihm zieht sie seit Monaten von einem Sonnenparadies zum nächsten. 
Paul ist Journalist und schreibt Kolumnen als Deutschlands Benimm-Papst Nr. 1 - August Sternberg. Aber seine Texte scheinen sich abgenutzen. Der Verlag sucht nach Alternativen. 
Sonja ist Paartherapeutin und wird durch ein Interview versehentlich zum Vorbild der Frauenwelt. Außerdem war sie viele Jahre mit Paul verheiratet, bevor sich die Leidenschaft heimlich davongeschlichen hat. 

Irgendwie hängen die Geschichten der Charaktere zusammen und trotzdem trennt sie der Autor, widmet ihnen eigne Kapitel und lässt sie unabhängig voneinander zu Wort kommen. Als Leser wartet man ungeduldig drauf, dass sich die Handlungsstränge irgendwie miteinander verbinden.

Max Scharnigg hat einen eigenwilligen unverwechselbaren Schreibstil. Er zieht beinahe alle Register. Einmal schreibt er sachlich-nüchtern, ein anderes Mal ironisch-witzig, gelegentlich sogar bildhaft-stimmungsvoll. Das hat mich amüsiert, fasziniert und zum Nachdenken angeregt. 
Scharnigg beleuchtet Facetten des Lebens, erzählt von Liebe, Angst,  Mut und Zweifel. Zwischen den Zeilen liest man das Alltägliche, dass uns alle irgendwann und irgendwo erwischt und uns fragen lässt, ob wir auf dem richtigen Weg sind, nur eine Rolle spielen, die Erwartungshaltung unserer Mitmenschen erfüllen und ob wir das Ruder noch einmal rumreißen können. 
Dabei fließt die eine oder andere Gesellschaftskritik mit ein.
Zum Ende hin schien mir die Story an der einen oder anderen Stelle etwas langgezogen, doch Scharniggs Wortwitz und seine mitunter skurrilen Wendungen sorgten für Auflockerung. Nichts ist vorhersehbar.

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten und die Botschaft des Autors verstanden. 
Dennoch dürfte der Roman nicht für jedermann geeignet sein. Er ist eine Herausforderung des Lesers, eigenartig und ganz sicher anders, als man erwartet. 





1 Kommentar:

  1. Ein Hallo aus Österreich,
    dieses Buch klingt ja wirklich interessant. Ich bin ja immer auf der Suche nach etwas Neuem, Gewagten, etwas das aus der 08/15-Literatur heraussticht und trotzdem so etwas wie eine Message hat.
    Daher landet es sofort auf meine WL.
    Vielen Dank für diese tolle Rezension.

    Liebe Grüße aus Wien
    Conny

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