Mittwoch, 27. Juni 2018

Der Fall Collini

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 13.02.2017

Flexibler Einband: 208 Seiten

Verlag: btb

ISBN: 9783442714995

Genre: Roman / Gerichtsroman










Ich mag die Kurzgeschichten von Ferdinand von Schirach und war nun gespannt auf seinen Roman „Der Fall Collini“. Das Buch ist im Februar 2017 beim btb Verlag erschienen. 

Fabrizio Collini ist ein unauffälliger Mann in den Sechzigern, der vierunddreißig Jahre bei Mercedes als Werkzeugmacher gearbeitet hat. Dieser unbescholtene Bürger marschiert in ein Berliner Luxushotel und erschießt den Industriellen Hans Meyer. 
„Vier Projektile waren in seinen Hinterkopf eingedrungen, eines hatte sich im Gehirn gedreht, war wieder ausgetreten und hatte das halbe Gesicht weggerissen.“ (Auszug aus "Der Fall Collini)

Caspar Leinen, ein junger Anwalt, übernimmt seine Pflichtverteidigung. Zu diesem Zeitpunkt weiß er noch nicht, dass es sich bei dem Opfer um den Großvater seines besten Freundes handelt. Das stützt Leinen in einen Gewissenskonflikt. 
Außerdem schweigt Fabrizio Collini beharrlich hinsichtlich seines Motivs. Das Gerichtsverfahren verläuft zunächst ohne nennenswerte Highlights, doch Leinen will sich nicht so leicht geschlagen geben. Er recherchiert Tag und Nacht und stößt schließlich in Ludwigsburg auf eine Spur, die schreckliche Gräueltaten zutage fördert und ein dunkles Kapitel deutscher Justizgeschichte offenbart.

Dieser Roman hat meine Erwartungen übertroffen. Ich habe die knapp 200 Seiten in Rekordzeit gelesen, denn die Handlung hat mich enorm gefesselt und mitgerissen. 
Dabei ist die Sprache des Autors deutlich und auch für Laien gut verständlich.
Am Anfang des Buches steht der Mord, der kaltblütig und auf den ersten Blick motiv- und emotionslos wirkt. 
In gewohnter Schirach-Manier wird der Leser sachlich-faktisch mit kleinen Informationshappen versorgt, wodurch die Spannung rasant steigt. Ich wollte unbedingt erfahren, was Fabrizio Collini zu dieser Tat getrieben hat. 
Anderseits gefiel mir die Inszenierung von Caspar Leinen sehr gut. Er entwickelt sich im Laufe der Handlung vom frisch gebackenen Anhalt, mit viel theoretischem Wissen, zu einem cleveren und besonnenen Verteidiger.

In einem fulminanten Finale lässt Schirach die Katze aus dem Sack. Schwer verdauliche Kost, die überrascht und zum Nachdenken anregt. Er hat es geschafft, mich trotz seiner nüchternen Beschreibungen emotional zu berühren.

Ferdinand von Schirach ist ein grandioser Erzähler, getreu dem Motto: In der Kürze liegt die Würze! Meine 5 Sterne Leseempfehlung!







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