Dienstag, 21. August 2018

Vergessene Seelen

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 22.06.2018

Flexibler Einband: 384 Seiten

Verlag: dtv

ISBN: 9783423262019

Genre: Kriminalroman









Seit dem Roman „Der Angstmann“ verfolge ich die Geschichte um Frank Goldammers Kommissar Max Heller aufmerksam. Seine Erlebnisse in der Bombennacht im Februar 1945 haben mich tief berührt und erschüttert. Später habe ich miterlebt, wie er in „Tausend Teufel" im zerstörten Dresden 1947 erneut auf Verbrecherjagd ging.

Es ist der Sommer 1948, in welchen Kommissar Max Hellers zum dritten Mal in „Vergessene Seelen“ ermittelt. Der Roman ist im Juni 2018 beim dtv Verlag erschienen. Obwohl eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählt wird, ist es ratsam, zuvor die beiden vorangegangenen Bücher zu lesen. 
Wieder führt mich Frank Goldammer nach Dresden, wo auch drei Jahre nach Kriegsende noch kräftig gebaut wird. 
Auf einer dieser Baustellen wird ein vierzehnjähriger Junge in einer Baugrube tot aufgefunden. Ein Fall für Max Heller! Er muss herausfinden, wie und vor allem warum der Junge sterben musste. Als Heller die Eltern des Vierzehnjährigen aufsucht, trifft er auf ein desolates Umfeld, geprägt von Gleichgültigkeit. 
Heller fällt es schwer, sich auf seine Ermittlungen zu konzentrieren. Zum einen kommt es zu Diskrepanzen zwischen ihm und seinem Sohn Klaus, zum anderen lastet die Schuld der Vergangenheit schwer auf seinen Schultern. 

Erneut gelingt es Frank Goldammer eine imposante Buchatmosphäre zu schaffen. Es fühlte sich an wie eine Zeitreise ins Jahr 1948. Ich war mitten in Dresden und begleitete Max Heller bei seinen Ermittlungen durch die Stadt. Ich sah all die Baustellen vor mir und spürte förmlich die Nachwehen des Krieges. Tolles Kopfkino! 
Wieder lässt Goldammer interessante historische Hintergrundinformationen (wie z.B. die Währungsunion von 1948) in seine fiktive Geschichte einfließen. Damit verleiht er seinem Roman Authentizität, die er mit der Darstellung der zentralen Figur Max Heller untermalt. 
Heller lebt für seinen Beruf. Er hat einen vortrefflichen Spürsinn und gibt nicht eher Ruhe, bis der Fall vollständig aufgeklärt ist. Die Familie kommt dabei oft zu kurz, Spannungen sind vorprogrammiert. Außerdem schleppt er ein Traumata mit sich rum, welches ihn langsam zermürbt. Ein glaubhafter sympathischer Charakter, vortrefflich inszeniert. 

Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Romanen der Max Heller Reihe fehlten mir in diesem Buch die Spannungsmomente. Die Handlung plätscherte gelegentlich vor sich hin. Hier hätte ich mir etwas mehr Pepp gewünscht. Erst im letzten Drittel konnte mich die Story fesseln. 
Am Ende des Romans gibt es noch einen kleinen Ausblick auf den neuen Max Heller Krimi, der im Dezember diesen Jahres erscheinen wird. 


„Vergessene Seelen“ - ein interessanter historischer Kriminalroman mit beeindruckenden Milieubeschreibungen. Meine 4 Sterne Leseempfehlung! 








































2 Kommentare:

  1. Danke für die tolle Rezi. Ich muss mir nun endlich auch einmal einen Max Heller zu Gemüte führen.

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  2. Hallöchen,
    ich sollte wirklich mal mit dieser Reihe beginnen, die schon eine gefühlte Ewigkeit auf meiner WL herumliegt. Alleine das Setting finde ich faszinierend und lese gerne Krimis/Thriller mit dem Hintergrund vom 2. WL (jaahaa, ich lese nicht nur viktorianische Krimis *g*).
    Vielen Dank, dass Du mir diese Reihe wieder in Erinnerung gerufen hast.

    Liebe Grüße aus Wien
    Conny

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