Samstag, 15. September 2018

50






ISBN : 9783746754833
Flexibler Einband : 312 Seiten
Verlag : epubli
Erscheinungsdatum : 20.08.2018
Genre : Krimi
Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
Vorab Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung. 
   




Die Zombieparade

... nennen die Mitarbeiter der Uni Bochum hinter dem Rücken von Professor Schmitt die Parade von 50 verdienten Angehörigen der ersten Stunde, die anlässlich des 50. Geburtstags der Uni zum Defilee inkl. Händeschütteln mit dem Bundepräsidenten eingeladen werden. „Zombie“ deshalb, weil sie naturgemäß meist schon deutlich über 70 sind.
Während Prof. Schmitt sich an dieser Aufgabe förmlich aufreibt (und damit Familie und Untergebene in den Wahnsinn treibt), verschwinden einige der Auserwählten urplötzlich. Andere wiederum bekommen Gewinnbenachrichtigungen, die ihnen die Erfüllung ihrer größten Träume versprechen. Sie dürfen z.B. ausgerechnet am Tag der Feier zu einem Studiokonzert von Paul McCartney, dem Dalai-Lama die Hand schütteln oder zum Astronautentest – mit 70! 
Diese Fälle lassen nicht wirklich einen Zusammenhang erkennen, bis die erste Leiche auftaucht ...

„50“ ist schon der 3. Fall für den Wolfenbütteler Polizisten Helmut Jordan, auch wenn er diese Mal nicht direkt involviert ist sondern „nur“ seinem alten Freund und Kollegen Henning Schmitt in Bochum unter die Arme greift. Dieser ist ausgerechnet auch noch der Sohn von Prof. Schmitt und dankbar für jede Hilfe, die er kriegen kann.
Übrigens muss man die beiden ersten Fälle nicht kennen, sie sind jeweils abgeschlossen, nur die Protagonisten entwickeln sich weiter. Es gibt auch immer wieder Rückblicke, die ich persönlich nicht gebraucht hätte. So scheint Jordan z.B. frisch verliebt zu sein.

Der Fall an sich ist ziemlich interessant. Prof. Schmitt hat sich im Laufe seines Lebens mehr Feinde gemacht, als er und die Ermittler ahnen. Einer von ihnen will sich jetzt anscheinend anlässlich der 50-Jahr-Feier rächen. Dabei geht er recht diffizil vor. Die falschen Gewinnbenachrichtigungen sind extrem professionell gemacht und lassen auch auf den dritten Blick nicht erkennen, dass sie nur gefaket sind. Außerdem hoffen diese Menschen schon so lang auf die Erfüllung ihrer Träume, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, deren Richtigkeit zu prüfen. Der „Böse“ spielt mit ihnen, um Schmitt zu schaden. Er muss sie also alle sehr genau kennen und aus Schmitts Umfeld stammen.

Allerdings muss ich kleine Abstriche machen: Ich finde die Handlung zum Teil etwas zu weitschweifig und die Ausarbeitung der Personen und örtlichen Gegebenheiten zu ausführlich und detailverliebt. Außerdem war mir relativ schnell klar, wer zum Täterkreis gehört, auch wenn ich die Motivation nicht immer verstanden habe.
Zudem gelang es Arne Dessaul nicht, den roten Faden stringent durchzuziehen: Es gab chronologische Unstimmigkeiten im Laufe der Handlung.

Fazit: „50“ ist kein harter Thriller, sondern eher ein regionalbezogener Cosykrimi.

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