Mittwoch, 19. September 2018

Gschlamperte Verhältnisse - Patnos Rezension

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 10.09.2018

Flexibler Einband: 320 Seiten

Verlag: Diana

ISBN: 9783453359574

Genre: Kriminalroman











Sommer pur in München! Was für ein „mordsheißes“ Pflaster! 
Während der Feierlichkeiten zur Taufe von Shirins und Spikes kleiner Tochter stört ein Mann die illustre Gesellschaft. 

„Da drüben is was passiert. Da muss sofort die Polizei her...A Leich...und zwar koa scheene. Drüben, hinterm Wirtshaus Zum Flaucher, da hams‘s wen dastocha.“ (Auszug aus Geschlamperte Verhältnisse)

So schnell war die Münchner Kripo nebst Rechtsmedizin vermutlich noch nie an einem Tatort. 
Ein Toter kommt selten allein! 
In der Wohnung des Opfers werden drei beinerne Schädelreliquien sichergestellt. Sofie bittet ihre Freundin aus Schultagen um Unterstützung. Dr. Maria Hierlmeier arbeitet als Leiterin des Diözesanarchives. Kurze Zeit später ist klar, dass die Schädel nicht aus dem Mittelalter stammen. Sie können drei Vermisstenmeldungen der Gegenwart zugeordnet werden. Welcher unheimliche Mörder treibt in München sein Unwesen und wie groß ist die Gefahr, dass er erneut zuschlägt? 

„Gschlamperte Verhältnisse“ ist inzwischen der fünfte Fall für die Kalte Sofie. Man muss nicht zwingend die vorangegangen Bücher gelesen haben. Dennoch empfiehlt es sich zuvor „Die kalte Sofie“, „Vogelfrei“, „Blaues Blut“ und „Zapfig“ zu lesen.

Ich kenne alle bisherigen Bücher dieser Reihe. Daher war es für mich beinahe wie die Begegnung mit guten Freunden. 
Sofie, Joe, Charly, Vroni und Co sind mir ans Herz gewachsen, genauso wie mein heimlicher Star der Krimi- Reihe - Mops Murmel. 
Sie sind lebendig und charmant mit ihren Vorzügen, Fehlern und Eigenheiten in Szene gesetzt. Selbst Sofies Chefin Elke Falk, genannt Dr. Iglu, taut von Fall zu Fall mehr auf und sammelt kleine Sympathiepunkte. In dieser geselligen Runde fühle ich mich wohl und unterhalte mich bestens.
Die beiden Autorinnen schaffen eine beeindruckende Buch-Atmosphäre. Ich war mitten in München, lauschte dem zungenbrecherischen Dialekt, pilgerte durch die Straßen Gießings, besichtigte Charly Loessls neues Haus und habe schlussendlich an Tante Vronis Tisch gesessen, um ihre kulinarischen Leckerbissen zu kosten. 
Doch es galt einen verzwickten Kriminalfall inklusive falscher Fährten zu lösen. Keine leichte Aufgabe! Jedenfalls war ich gefesselt und konnte gar nicht mehr aufhören zu ermitteln. Die kurzen Kapitel bringen Tempo in die Handlung und erhöhen die Spannung. 
Außerdem ließen mich die Rechtsmediziner an ihrer Arbeit am Seziertisch teilhaben. So wünscht sich das der Krimileser. 
Lange Zeit wusste ich nicht, wer da mordet und wo das Motiv liegt. Es machte mir Spaß, dem Täter Schritt für Schritt auf die Schliche zu kommen. 
Aufgelockert wird die Geschichte durch den unterschwelligen ironischen Wortwitz, der mich hin und wieder schmunzeln ließ. 
Erwähnenswert scheinen mir die kleinen feinen Nebensächlichkeiten, die gelegentlich durchblicken, wie z.B. der Pfarrer der kleinen Kirche, der aus Ghana kommt, oder das Faktenwissen über Reliquien, Symptome bei Vergiftungen usw. Sie verleihen dem Roman den gewissen Anspruch. 
Am Ende ordnen sich die „gschlamperten Verhältnisse“ und ich hoffe auf neue Fälle von der kalten Sofie.
Intelligenter Kriminalroman mit viel Lokalkolorit und hohem Unterhaltungswert! Eine Ode an München! Müsst ihr lesen!

„Es gibt nix bessas wia wos guads!“

 







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